Holzbrett-Was,wieso,warum?

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Holzbrett. Du erfährst, welche Arten es gibt und welche Dekorationen man aus Holzbrettern basteln kann. Ab welchen Maßen wird das Holzbrett als Brett bezeichnet? Wir klären auf! 

Was ist ein Holzbrett? 

Ein Holzbrett wurde aus einem Baumstamm geschnitten und besitzt eine Dicke von 40 mm und eine Breite von über 80 mm. Diese Holzbretter werden unterschieden: 

  • Schwarte 
  • Seitenbrett 
  • Mittelbrett und Kernbrett 

Holzbretter werden mit Sägen auf Maß gebracht.

Normdicken ungehobelter Bretter

Laubholz Nadelholz
Dicke in mm 18, 20, 26, 30, 35 16, 18, 22, 24, 28, 38

Holzbrett-Was,wieso,warum?

Holzbrett 

Brettarten 

Diese Brettarten werden unterschieden: 

  • Schwarte
  • Seitenbrett 
  • Mittelbrett
  • Kern- oder Herzbrett 

In der Mitte fällt das Kern- oder Herzbrett an, die nächsten ein bis zwei Holzbretter bezeichnet man als Mittelbretter. Die übrigen Holzbretter sind die Seitenbretter. Den äußeren Anschnitt mit der nahezu vollständigen Baumkante nennt man Schwarte. 

Schwarten sind als Bau- und Möbelholz wertlos. 

Je mehr durchgehende Jahresringe im Brettquerschnitt vorhanden sind (wie z.B. bei Seitenbrettern), desto stärker verzieht sich das Brett. 

Seitenbrett

Seitenbretter haben vorwiegend flachliegende Jahresringe, die Äste erscheinen meistens als Rundäste und die Textur ist ausdrucksvoll gefladert. 

Mittelbrett 

Mittelbretter haben nur wenig geschlossene Jahresringe, die Äste erscheinen als Ovaläste und die Textur ist in der Mitte des Holzbrettes schwach gefladert und außen streifig. 

Kern- oder Herzbrett 

Kernbretter haben vorwiegend stehende Jahresringe, eine schlicht streifige Struktur und die Äste erscheinen als Flügeläste. 

Das Herz bzw. die Markröhre ist bei Kernbrettern herauszuschneiden. 

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Linke und rechte Seite des Holzbretts

Die dem Kern zugewandte Seite des Holzbretts d.h. die runde Seite, nennt man rechte Seite, die dem Kern abgewandte Seite. 

Die hohle Seite nennt man linke Seite. 

Beim Herbrett gibt es keine linke und keine rechte Seite. 

Kantenbearbeitung beim Holzbrett 

Diese Kantenbearbeitungen beim Holzbrett können unterschieden werden:

  • Unbesäumt 
  • Konisch besäumt 
  • Parallel besäumt 

Die unbesäumten Bretter und Bohlen weisen noch Baumkanten auf. Bei besäumten Brettern wurde die Baumkante abgeschnitten. 

Brettschichtholz (BSH) 

Nach der DIN 1052 besteht BSH aus mindestens 3 beidseitig formparallel verleimten Brettern aus Nadelholz. Es wird in die Güteklassen I und II unterteilt. 

Brettschichtholz darf nur von Betrieben hergestellt werden, die eine entsprechende Leimgenehmigung erhalten haben (Leimlizenz). 

Brettschichtholz darf bei der Herstellung nur eine Holzfeuchte von maximal 15 % besitzen. Je nach späterem Anwendungsbereich werden die einzelnen Schichten mit unterschiedlichen Leimen (z.B. Bauteile, die der Witterung ausgesetzt sind, mit Resorcinharzleim) verbunden. 

Vorteile von Brettschichtholz 

Das sind die Vorteile von Brettschichtholz: 

  • Hohe Holzqualität 
  • für höhere Beanspruchung 
  • Einsatzmöglichkeiten 
  • über die Verwendung von Vollholz hinausgehend
  • Geringes Quell- und Schwundverhalten 

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Schnittholz 

Schnittholz entsteht durch Zersägen von Rundholz parallel zur Stammachse. 

Daraus ergeben sich: 

  • Holzbretter
  • Bohlen 
  • Kanthölzer
  • Latten 
  • Balken 

Einschnitt im Sägewerk 

Unter Berücksichtigung der bestmöglichen Verwertung längt man im Sägewerk die Stämme noch einmal auf handelsübliche oder in Auftrag gegebene Längen ab. 

Auf Kreissägen besäumt man mit mehreren großen Sägeblättern (Vierblattkreissägen) Bohlen und Holzbretter oder schneidet sie zu Latten. 

Einschnittarten 

Die Einschnittarten richten sich nach den gewünschten Querschnittsmaßen. 

Dabei wird unterschieden: 

  • Erdstamm
    • wertvolles, astreines Holz für Blockware  
  • Mittelstamm 
    • gutes Holz für Kanthölzer, Balken, Bohlen, Bretter 
  • Zopfstück 
    • sehr astiges Holz für Kanthölzer und Balken 

Um die Stämme optimal auszunutzen, fertigt der Rundholzteiler vor dem Einschneiden eine Skizze an. Zum Einschneiden dienen:

  • Bandsägen 
  • Kreissägen
  • Kettensägen 
  • Gattersägen 

Das Vertikal- oder Senkrechtgatter zerschneidet in einem Durchgang den Stamm nach Anzahl der eingehängten Sägeblätter und ihren Abstand voneinander. 

Beim Einschnitt ist die Holzfeuchte zu berücksichtigen. Das Sägemaß ergibt sich daher aus dem Nennmaß zuzüglich Schwindmaß des bis zur Messbezugsfeuchte. Dagegen ist das Sollmaß nach Maschinenschnitt bei einem bestimmten Feuchtigkeitsgehalt zu erreichen. 

Schnittarten 

Kantholz- und BalkenschnitteEinstielig’ Ganzholz Zweistielig’ GanzholzDreistielig’Vierstielig’ Kreuzholz
Bretter- und BohlenschnitteScharf- (Rund-)schnitte unbesäumtBesäumt Prismen- (Model-)schnitt
Rift- und SpiegelschnitteHalbriftQuartierschnitt unbesäumt Spiegelschnitt unbesäumt 

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Unbesäumtes und besäumtes Schnittholz 

Unbesäumtes Schnittholz

Beim Scharfschnitt bleibt die Baumkante stehen-das Holz ist unbesäumt. 

Seine Breite wird in der Mitte gemessen, bei Dicken < 40 mm auf der Linken Seite, > 40 mm  als Mittelwert aus den Breitenmaßen beider Seiten. 

Bei parallel besäumten Schnittholz werden die Bretter parallel beschnitten, sodass die Ware in der ganzen Länge gleich breit ist. 

Dicke und Breite misst man an beliebiger Stelle, mindestens jedoch 15 cm von den Hirnholzenden entfernt. 

Besäumtes Schnittholz

Bei konisch besäumten Schnittholz verlaufen die Besäumschnitte an der Baumkante entlang. Der Abfall ist geringer, die Ware aber nicht gleich breit. 

Gemessen wird ihre Breite in der Brettmitte. 

Die dem Stamminneren (Kern) zugewendete Seite bezeichnet man als rechte Seite, die der Stammoberfläche (Splint) zugewendete als linke Seite

Je nach Lagerung und Zuschnitt unterscheidet man: 

  • Blockware
  • Vorratsware
  • Dimensionsware
  • Listenware 

Blockware 

Die Bohlen und Brette werden an ihrer Oberseite gemessen – die obere Hälfte des Blocks also auf der Schmalseite, die untere auf der Breitseite. 

Vorratsware

Vorratsware sind Querschnitte, die bevorzugt verwendet und daher im Sägewerk und Handel vorrätig gehalten werden. Für den Tischler und Holzmechaniker bedeutet dies kurze Lieferzeiten und Kosteneinsparungen. 

Dimensionsware

Dimensionsware ist Schnittholz in nicht handelsüblichen, nur auf Bestellung gefertigten Abmessungen. 

Listenware

Listenware ist Schnittholz in normalerweise nicht vorrätigen Abmessungen. 

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Güteklassen 

Diese Güteklassen gibt es: 

  • A
  • B
  • C
  • D

Gütelklasse A

Fehlerfreies Holz oder Holz mit nur sehr unbedeutenden Fehlern wird in die Güteklasse A eingeteilt. 

Güteklasse B 

Güteklasse B kommt am am häufigsten vor und wird deshalb auf den Baumstämmen nicht besonders angegeben. 

Hier sind ein oder mehrere Fehler, wie schwache Krümmung, einige gesunde Äste usw. zulässig. 

Güteklasse C

Güteklasse C ist das Holz, das wegen seiner Fehler nicht in Güteklasse A und B aufgenommen werden konnte. 

Güteklasse D

Güteklasse D ist mindestens noch zu 40 % nutzbar, aber rechtfertigt keine Aufnahme in die Güteklasse C. 

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Wann wird Schnittholz als Brett oder Bohle bezeichnet? 

Bohlen müssen eine Dicke von mindestens 40 mm aufweisen und die größte Querschnittseite muss mindestens doppelt so groß sein wie die Dicke. 

Bretter müssen mindestens 8 mm und weniger als 40 mm dick sei. Die Breite sollte mindestens 80 mm aufweisen. 

Diese Unterscheidungsmerkmale sind in der DIN 4071 für Nadelholz und in DIN 68372 für Laubholz festgelegt. 

Brettbauweise

Kennzeichen Möbel in Brettbauweise 

Die einzelnen Möbelteile werden aus verleimten oder unverleimten Brettern gefertigt. Typisch sind formschlüssige Verbindungen wie die Zinkung, die Gratung und verkeilte Zapfen. 

Durch sie kann die Formänderung der Einzelteile – nicht aber ihr Maßänderung – verhindert werden. 

Möbel in Brettbauweise wirken rustikal. Ihr optischer Reiz wird durch das Holzbild und die sichtbaren Holzverbindungen bestimmt. 

Vorteile Rahmenbauweise gegenüber Brettbauweise

Die Vorteile der Rahmenbauweise gegenüber der Brettbauweise sind: 

  • Maß- und formstabiler, da sich das Arbeiten des Holzes kaum auswirkt 
  • Materialsparender und leichter, da Füllungen aus dünneren und leichteren Materialien hergestellt werden
  • Sie bietet einen größeren Gestaltungsspielraum (z.B. durch die Wahl unterschiedlicher Füllungswerkstoffe)

Typischer Verbindungen der Brettbauweise

Typische Holzverbindungen der Brettbauweise sind: 

  • Offene Zinkung 
  • Halbverdeckte Zinkung 
  • Gratung 
  • Verkeilte Fingerzapfen 
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Verkleidungen aus Holzbrettern  

Unsichtbare Befestigung einer Wandverkleidung 

So kann eine Wandverkleidung aus Brettern unsichtbar befestigt werden: 

  • Mit Stiften in der Nutwange. Die Federn der Folgebretter decken die Verbindungsmittel ab
  • Mit passenden Profilbrettklammern und -krallen, die in unterschiedlichen Ausführungen zur Verfügung stehen. Diese greifen in die Nuten der Bretter und werden beim Ansetzen das nächsten Brettes durch dessen Feder oder durch eine Fremdfeder verdeckt. 

Deckenverkleidungen 

Deckenverkleidungen werden anhand dieser Punkte unterschieden: 

  • Nach der Art der Anbringung
    • direkte Deckenverkleidung 
    • abgehängte Decke 
  • Nach der Konstruktion 
    • Balkendecke
    • Bretterdecke
    • Kassettendecke
    • Plattendecke
  • Nach der technischen Funktion 
    • Akustikdecken 
    • Lüftungs- und Lichtdecken 
    • wärmedämmende Decke 

Was ist eine Bretterdecke? 

Bei einer Bretterdecke handelt es sich um eine Verkleidungsschale aus Brettern, die direkt an einer Unterkonstruktion befestigt wird.

Gestaltungsmöglichkeiten 

Bei der Gestaltung der Bretterdecke spielen diese Punkte eine Rolle: 

  • Holzart 
  • Oberflächenbehandlung 
  • Brettbreite 
  • Brettprofil 
  • Anordnung der Bretter (parallel zur Wand oder diagonal) 

Durch die Form des Übergangs von Brett zu Brett ergeben sich sehr unterschiedliche Schattenwirkungen. 

Die Bretter können auf diese Weise miteinander verbunden sein: 

  • Gespundet 
  • Gefedert
  • Überschoben 
  • Überluckt 
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Brettertüren 

Aufbau 

Die Türblätter von Brettertüren bestehen aus Holzbrettern, die folgend miteinander verbunden sind: 

  • Gespundet 
  • Gefälzt 
  • Gefedert

Das Blatt wird mit aufgenagelten, aufgeschraubten oder eingegrateten Querleisten (bzw. Querriegeln) zusammengehalten. 

Zur Versteifung dient eine Diagonalstrebe zwischen der oberen und der unteren Querleiste, die mit Versatz in die Querriegel eingearbeitet wird. 

Für welche Räume sind Brettertüren geeignet? 

Brettertüren sind für diese Räume geeignet: 

  • Lagerräume
  • Kellerräume
  • Räume historischer Gebäude 

Form der Türblattkante 

Die Türblattkante einer Brettertür kann auf diese Weisen geformt sein: 

  • Stumpf
    • Bei stumpf einschlagende Tür
  • Dreiseitig gefälzt 
    • Bei überfälzten Tür 

Stumpf einschlagende Tür 

Bei der stumpf einschlagenden Tür ist der Spielraum zwischen Türblatt und Umrahmung (=Luft) sichtbar. 

Überfälzte Tür

Bei der überfälzten Tür wird dieser Spielraum abgedeckt. 

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Fehler im Holzbrett

Flügeläste 

Durch die querliegenden Flügeläste werden die sonst gerade verlaufenden Holzfasern um die Flügeläste herumgeführt, wodurch die statische Festigkeit des Holzbretts beeinträchtigt wird. Außerdem verzieht sich das Schnittholz im Bereich der Flügeläste. 

In Rahmenholz dürfen deshalb keine Flügeläste enthalten sein. 

Nachteile von Harzgallen 

Das Harz verklebt die Werkzeuge. Es kann bei Erwärmung aus den Harzgallen nach dem Einbau des Holzes weiter ausfließen. 

Der Harzausfall kann selbst durch Lack- oder Anstrichflächen dringen. 

Harzhaltige Stellen im Holz können nicht gebeizt werden und lassen sich nicht imprägnieren. 

Harzgallen können ausgenutet und ausgeflickt oder ausgebrannt und ausgekittet werden. 

Risse im Holzbrett

Die Ursache der Rissbildung sind Spannungen im Holz. Sie können bereits am stehenden Baum, beim Fällen oder Transportieren entstehen. 

Häufig reißt das Holz aber auch durch unsachgemäßes Trocknen, wie zu rasches Trocknen sowie durch Austrocknen der nicht geschützten Stamm- und Brettenden. 

Je nach Rissverlauf im Brett unterscheidet man: 

  • Kernrisse
  • Kantenflächenrisse
  • Endrisse
  • Ringrisse
  • Oberflächenrisse
  • Schilferrisse 
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Deko aus Holzbrett

Holzbretter eignen sich besonders mit altem Erscheinungsbild für folgende Dekorationen:

  • Küche (z.B. Holzplatten als Kochinsel) 
  • Lampe
  • Antike Kommode 
  • Bilderrahmen 
  • Schreibtisch 
  • Esstisch 
  • Regal 
  • Schneidebrett (z.B. Schweine Schneidebrett mit Saftrille, Chillkröte) 
  • Brandmalerei 
  • Fundamente
  • etc. 

Holzbretter lassen sich mit anderen Materialien kombinieren. So kann beispielsweise ein altes Eichen Holzbrett mit Metall oder auch Stein kombiniert werden. 

Das Basteln mit Altem Holz 

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Dieser Artikel beschäftigte sich mit dem Holzbrett. Du hast erfahren, welche Arten es gibt und welche Dekorationen man aus Holzbrettern basteln kann. Ab welchen Maßen wird das Holzbrett als Brett bezeichnet? Wir haben aufgeklärt!

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