Erle (7 interessante Fakten)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Erle. Du erfährst viele Infos über den Baum, über die Blätter und zudem geben wir über eine mögliche Allergie mit Erlenpollen Auskunft. Wir klären auf!

Was ist eine Erle? 

Die Erle (Alnus) gehört der Pflanzengattung der Birkengewächse an. Grob gibt es weltweit circa 41 Arten, welche vorwiegend auf der Nordhalbkugel zu finden sind. Insbesondere sind die Grün-,Schwarz- und Grauerlen in Mitteleuropa verbreitet. 

Erle heißt auf Englisch “alder”. 

Erle (7 interessante Fakten)

Bezeichnung

  • Kurzzeichen DIN EN 13556
    • ALGL 
    • ER
  • Botanische Bezeichnung
    • Alnus glutinosa, Alnus spp. 
  • Handelsname
    • Western Adler 

Aussehen

Die Erle ist ein Splintholzbaum. Das bedeutet, dass kein farblicher Unterschied zwischen Splint- und Kernholz zu erkennen ist. 

Die Maserung sowie die Farbe der Grauerle sind heller als die der Schwarzerle. 

Farbton 

Die Erle ist üblicherweise rötlich bis gelb. Besonders bei frisch gefälltem Holz, kann der farbton bis ins orangefarbene gehen. Sobald er das Holz immer weiter austrocknet, dunkelt der Holzton der Erle zu einem Braun nach. Die Oberfläche der Erle ist eher matt.  

Standort

⅓ aller Erlen sind in Nordamerika, Asien und Europa zu finden. 

Dabei bevorzugen die Erlen feuchte Standorte, weshalb Erlen vorwiegend auf der Nordhalbkugel zu finden sind. 

Die Erle ist eher klein bis mittelgroß und bevorzugt feuchte und mäßig warme Standorte. Einige Arten präferieren dagegen subtropische Standorte: 

  • Nordafrika
  • Argentinien 
  • Vietnam 
  • Formosa

Charakter 

  • gleichmäßige Struktur 
  • porenlos 
  • blaß 
  • Färbung: gelblich-braun bis rotbräunlich 

Welche Handelsformen gibt es? 

Diese Handelsformen gibt es: 

  • Rundholz 
    • Schwarzerle 
  • Schnittholz 
    • Länge: 2,5 m bis 4,2 m 
    • Breite: 75 mm bis 100 mm 
    • Stärke: 25 mm bis 100 mm 
  • Furniere
    • geschält 
    • gemessert
  • Halbwaren 
    • Leistenhölzer
    • Profilhölzer 
  • Sperrholz 
    • Furnierplatten 
Erle (7 interessante Fakten)

Arten der Erle 

Diese Arten sind die meist verbreiteten: 

  • Grünerle 
  • Roterle
  • Weißerle 
  • Schwarzerle 

Weltweit gibt es mehr als 30 Arten. 

Je nach Art, bildet die Erle Borken aus oder sie sind als Peridermbaumarten vorzufinden. Die Schwarzerle bildet beispielsweise in grau bis schwarze Borke aus. Die Grauerle dagegen ein gräulich glänzende Peridermoberfläche. 

Merkmale 

Die Merkmale einer Erle sind: 

  • Höhe
    • bis zu 30 m hoch 
  • Stamm 
    • gerade und lang 
  • Rinde 
    • glatt 
    • Farbe: grünlich- braun 
    • später: schwarz braun und rissig 
  • Blatt
    • einfach 
    • wechselständig
    • rundlich 
    • doppelt gezahnt 
  • Zäpfchen 
    • eiförmig 
    • im Alter: schwarz 
    • holzig 

Besonderheiten 

  • gehobelte Längsschnittflächen
  • mattgläzend 
  • Porenrillen
  • kaum sichtbar 
  • im Radialschnitt
  • unregelmäßig vorhandene “Spiegel”

Eigenschaften 

Die Erle hat folgende Eigenschaften: 

  • nachdunkelnd 
  • Holzfarbe
    • rötlich-weiß bis orange Färbung
    • gelb-rot 
    • dunkelt bräunlich nach 
  • Poren
    • zerstreutporig
  • Jahresringe
    • verschiedene Breiten 
    • deutlich 
  • Widerstandsfähigkeit
    • leicht und biegsam 
    • weich 
    • mäßiger Schwund 
    • leicht spaltbar 
    • gutes Stehvermögen 
    • reißt beim Trocknen kaum 
    • verformt beim Trocknen nicht 
  • Bearbeitbarkeit 
    • gut zu bearbeiten 
    • beiz- und polierbar 
    • gute Oberflächenbehandlung 
  • Witterungsbeständigkeit
    • nicht witterungsfest 

Die Weißerle, auch Grauerle genannt, unterliegt in der Qualität der Schwarzerle. Die Grauerle ist weniger fest und beständig. 

Besonders lässt sich Erlenholz aufgrund der glatten Oberfläche beizen und polieren. 

Technische Eigenschaften 

  • Gewicht
    • frisch: 765-900 kg/m3
    • darrtrocken: 420-490 kg/m3
  • Druckfestigkeit (u12 bis 15)
    • 40-50 N/mm2
  • Biegefestigkeit (u12 bis 15)
    • 68-90 N/mm2

Arbeiten der Erle: Schwinden und Quellen 

Die Erle schwindet mäßig und neigt zum Verstocken, weshalb eine gute Lagerung der Erle essentiell für die Qualität des Holzes ist. Achte darauf, dass die Erle während der Trocknung vor Sonnenlicht geschützt ist!

Verstocken 

Verstockung beeinflusst die Qualität des Holzes sehr, da die Holzstruktur nun vollkommen zerstört ist. Ist das Holz verstockt, so kann es nicht mehr weiterverarbeitet und sogar nicht mehr verheizt werden. 

Verstocktes Holz erkennst du daran: 

  • Holz bröckelt ab 
  • Holzfasern quellen auf 
  • Entstehung von schwarzen und dunklen Marmorierungen 

Beständigkeit 

  • nicht witterungsfest 
  • stark anfällig für Pilz- und Insektenbefall 
  • Dauerhaftigkeitsklasse: 5
Erle (7 interessante Fakten)

Blätter der Erle 

Die Blätter der Erle unterscheiden sich im Aufbau und Optisch je nach Art. 

Generell lässt sich sagen, dass die Blätter der Erle optisch:  

  • eiförmig 
  • spitz zulaufend 
  • Unterseite: gräulich bis mattgrün, filzig 
  • wechselständig sind. 

Die Erle ist der einzige Laubbaum, welche die Blätter in einem grünen Zustand abwirft. Die Erle geht nämlich eine Symbiose mit den Wurzelknöllchen ein, denn diese bietet den Bakterien einen nahrhaften Boden. Dagegen versorgen die Bakterien den Baum mit Stickstoff. Aufgrund Dessen werden Erlen auch als Pionierbäume bezeichnet, da sie durch diese Symbiose an fast jeden Standort anpassen kann. Einige Schmetterlingsarten ernähren sich zudem von der Erle. 

Erle (7 interessante Fakten)

Verwendung 

Erlenholz findet in diesen Bereichen Verwendung

  • Möbelbau 
  • Stuhlbau 
  • Musikinstrumente
    • besonderes bei Perkussions-Instrumenten (Bsp.: Rassel)
    • Streichinstrumente
    • Zupfinstrumente 
  • Holzschuhe
  • Bilderleisten 
  • Bleistifte
  • Schnitzarbeiten 
  • als Schälfurnier für Sperrholz 
  • gefärbt als Imitationsholz für Ebenholz, Nussbaum, etc. 

Traditionelle Verwendung 

Im traditionellen Sinne wurden die Tische der Nähmaschinen und Räucherspäne aus Erlenholz hergestellt. Ebenso wurde damals Holzkohle aus Erlenholz hergestellt, woraus dann Schießpulver gewonnen worden ist. 

Allergie 

Die Hauptblütezeit der Erle ist von Februar bis April. Besonders in dieser Zeit können dir die Pollen der Erle zum Verhängnis werden. 

Diese Symptome sind zu erwarten: 

  • gerötete Bindehaut 
  • Niesen 
  • empfindliches Reagieren auf Licht 
  • Jucken 
  • brennende und tränende Augen 
  • gereizte Atemwege 
  • allergischen Asthma 
  • Husten 
  • Hautreaktionen 

Erlenpollen neigen zum Auslösen von Kreuzallergien mit Birkenpollen. 

Erle (7 interessante Fakten)

Wachstum 

Die Erde ist wiederzufinden als: 

  • hoch gewachsener Laubbaum 
  • mehrstämmiges Gehölz 
  • Strauch 

Schwarzerle

  • jährlicher Zuwachs: 20 bis 40 cm 
  • Höhe: 30 m 
  • Stamm: gerader Wuchs 
  • Krone: pyramidenförmig 

Weißerle

  • jährlicher Zuwachs: 30 bis 60 cm 
  • Stamm: schräger Wuchs 
  • Höhe: 10 m 
  • Breite: 4 bis 8 m 

Grünerle 

  • Höhe: 3 m 
  • Strauch 
Erle (7 interessante Fakten)

Erle pflanzen 

Erlen sind erhältlich als: 

  • Heister (wurzelnackt)
  • Solitär (mit Ballen) 

Heister

Es bietet sich an, Heister (wurzelnackte Erle) im Herbst einzupflanzen. Das ausgegrabene Loch sollte so groß sein, dass die Wurzeln der Erle nicht die umrandete Erde berühren. Ausreichender Platz für die Wurzeln ist essentiell und begünstigt einen guten Wachstum des Baums. 

Solitär

Solitäre verfügen über einen gut ausgewachsenen Ballen. Sie können ganzjährig gepflanzt werden, jedoch sollte darauf geachtet werden, dass das Wetter frostfrei ist. Als beste Zeit eignet sich jedoch auch der Herbst, damit die Erle gerade im Frühling viel Kraft aufwenden, um die Blätter sprießen zu lassen. 

Besonders gut kann die Erle gedeihen, wenn das Loch in etwa doppelt so groß wie der Ballen der Erle ausgearbeitet ist. Die Erde sollte beim Zuschütten keine Lücken entstehen lassen. Um die zu ermöglichen, ist es ratsam, das Loch einzuschlämmen und die Erde festzutreten.  

Erle (7 interessante Fakten)

Erlenzapfen 

Erlenzapfen stammen hauptsächlich von der Schwarzerle. Je nach Verwendungszweck werden die Erlenzapfen entweder direkt vom Baum geerntet oder vom Boden gesammelt. Am besten eignet sich der Herbst zum Ernten. 

Der Gerbstoffgehalt der Erlenzapfen liegt bei 1% bis 5%.  

Warum werden Erlenzapfen ins Aquarium gelegt? 

Deshalb werden Erlenzapfen ins Aquarium gelegt: 

  • Wasserqualität wird verbessert 
  • pH-Wert wird gesenkt (Wasser wird leicht angesäuert)
  • Gestaltung des Lebensraums, Dekoration 
  • antibakterielle Wirkung (durch Tannine und Gerbstoffe)
  • gegen Pilz 
  • Keimdichte wird verringert 
  • Abgabe Huminstoffe
  • Häutung Garnelen wird erleichtert 
  • werden von einem Biofilm bewachsen 
  • keine Verpilzung des Leichs 

Erlenzapfen geben 2 bis 4 Wochen ihr Wirkung an das umliegende Wasser ab. Für einige ist die Optik der Zapfen hinderlich, jedoch können diese dann in kleine Filtersäckchen gelegt werden. 

Wann werden Erlenzapfen gesammelt? 

Erlenzapfen werden im Herbst gesammelt. Gepflückt sollten sie nicht werden, da sie eine bessere Wirkung haben, wenn wie reif sind. Deshalb sollten Erlenzapfen vom Boden gesammelt werden. 

Erle (7 interessante Fakten)

Preis für Erlenholz 

Diese Preise könnten dich beim Kauf von Erlenholz erwarten: 

  • Schnittholz
  • 500 bis 700€/m3
  • gedämpftes Holz
  • 600 bis 750€/m3

Der Preis von Erlen ist relativ günstig, da es sich auch um eine heimische Holzart handelt. Besonders an Ufern werden Erlen gerne gepflanzt, da sie dieses festigen und stützen sollen. Diese Erlen werden regelmäßig zurückgeschnitten; “aus Stock gesetzt”. Demnach können die “Abfälle” nach einer Trockenzeit von 2 Jahren als Brennholz verwendet werden. Gerade diese “Abfälle” sind meist preisgünstig. 

Du möchtest wissen, was es für Holzarten gibt? Dann könnte Dich unser Blog “Welche Holzarten gibt es?” interessieren.

FAQ-häufig gestellte Fragen

Welches Holz ähnelt einer Erle?

Dieses Holz ähnelt einer Erle:

– Buche

– Nussbaum (Erle dunkel gebeizt)

– Eiche 

Welches Parkett zu Erlen Möbeln?

Zu Erlen-Möbeln passt am besten ein Parkett aus: 

– Nussbaum 

– Wenge 

– geräucherter Eiche

Da Erle einen rötlich-gelben Holzton aufweist, passt dementsprechend ein dunkles Parkett. 

Welches Holz gleicht der Erle?

Dieses Holz gleicht der Erle: 

– Buche 

– Eiche 

– Nussbaum (Erle dunkel gebeizt)

Woher kommt die Erle? 

Von dort kommt die Erle: 

– Eurasien (besonders Ostasien)

– Nordamerika 

– Korsika und Süditalien (Herzblättrige Erle)

Wie sieht die Frucht der Erle aus? 

So sieht die Frucht der Erle aus: 

– Ausbildung in Zapfen 

– kleine nussähnliche Früchte 

– geflügelt oder ungeflügelt 

– Farbe: grün und später dunkelbraun
 
– verholzt 

– bis zu 3 cm lang 

Die Frucht der Erle wird aus Kätzchen genannt. 

Welchen Brennwert hat Erle?

Die Erle hat einen Brennwert von 4,1 kWh/kg und 1.500 kWh/ Raummeter. 

Wann ist die Blütezeit von Erle?

Die Blütezeit von Erle liegt in diesen Monaten: 

– Grünerle: Mai bis Juni 

– Schwarzerle: Januar bis April 

– Grauerle: Januar bis April 

Wann wird Erle als Brennholz verwendet? 

Erle wird als Brennholz besonders in der Übergangszeit verwendet, wenn kein weiteres Holz vorhanden ist. Gerade dann, wenn noch keine hohe Brenndauer benötigt wird, beispielsweise zum Anheizen, eignet sich Erle als Brennholz. Der heizwert von Erle ist sehr niedrig, weshalb eher auf Buche oder Eiche umgestiegen werden sollte. Erle verbrennt schnell und bildet nur mäßig Glut. 

Dieser Artikel beschäftigte sich mit der Erle. Du hast  viele Infos über den Baum, über die Blätter erhalten. Zudem gaben wir über eine mögliche Allergie mit Erlenpollen Auskunft. Wir haben aufgeklärt!

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