Holz schleifen (der ultimative Guide)

In diesem Artikel erhältst du viele Informationen über das Holz schleifen. Was wird unter Holz schleifen verstanden? Welche Geräte kannst du dafür verwenden? Welche Körnung sollte das Schleifpapier haben? 

Was ist Holz schleifen? 

Holz schleifen ist ein Glätten der Oberfläche durch die Abnahme von feinen Spänen. Demnach ist das Holz schleifen die wichtigste Voraussetzung für eine einwandfreie Oberfläche.  Die Körnung des Schleifpapiers muss auf den zu schleifenden Werkstoff sowie auf die geforderte Oberflächenqualität abgestimmt sein. In Abhängigkeit von der Körnung kann man beim Holz schleifen zwischen Grob-, Vor-, Nach-/Zwischen- und Endschliff/ Endschliff unterscheiden. 

  • Der Vorschliff ebnet die Holzflaeche ein, entfernt leichte Leimdurchschläge und ggf. Fugenleimpapier
  • Der Nachschliff gibt dem Holz die nötige Glätte und Sauberkeit

Geschliffen wird bei zu beizenden und mit transparenten Überzugsmaterialien zu beschichtenden Oberfläche zumindest im letzten Schleifgang parallel zur Faser, damit in der fertigen Oberfläche keine Schleifriefen zu sehen sind. 

Bei deckend zu beschichtenden Flächen kann auch quer zur Faser geschliffen werden. Die Oberfläche wird durch das Abschleifen der härteren Spätholzjahrringe besonders glatt. 

Schleifen per Hand 

Zum Holz schleifen per Hand dienen Schleifklötze aus Kork, aus Linden- oder Pappelholz. Zum Schleifen von Profilen eignen sich besondere Schleifklötze mit Gegenprofil. Schleifklötze werden mit dem Schleifpapier der jeweiligen Körnung überzogen. 

Schleifschwämme eignen sich zudem auch für Profile oder gewölbtes Holz. 

Handschleifgeräte

Elektrische Handschleifgeräte vereinfachen die Schleifarbeit beim Holz schleifen erheblich und ermöglichen ein optimaleres Ergebnis. Handschleifgeräte müssen an einen Staubsauger angeschlossen werden. 

  1. Schwingschleifer 
  • Fein- und Lackschliffe
  • Innenkanten gut schleifbar
  • Zwischenschliffe
  1. Bandschleifer 
  • groessere Flaechen mit hoher Abriebleistung
  • Faelze können bearbeitet werden 
  • durch Anbringung Einbaurahmen: Bearbeitung kleinerer, schmalerer Flächen 
  1. Tellerschleifer 
  • Schleif- und Polierarbeiten
  1. Winkelschleifer 
  • sehr grobes Schleifen
  1. Deltaschleifer 
  • Ecken, Kanten, Zwischenräume

Welche Firma die besten Schleifgeräte erstellt ist nicht so einfach zu sagen. Schon in meiner Lehre habe ich oft mit den Geräten von Festool gearbeitet und bin nach wie vor begeistert. Diese Geräte sind preisintensiv, jedoch lohnt sich eine Anschaffung.

Vergleich Schwingschleifer

Testsiegerruhig & vielseitiggut & günstig 
ModellMIRKA DEOS 353CVBOSCH PROFESSIONAL GSS 160-1 A MULTIEINHELL TE-OS 2520 E
Vorteil-extrem handlich geringe Vibrationsehr gute Schleifleistung-sehr guter Absaugstutzen (drehbar)sehr leicht-Vibrationsarm-leichtsehr gute Filterboxmehrere Schleifteller-gute Schleifleistung-starker Motor-guter Klemmmechanismus-stabiler Absaugstutzen-sehr günstig
Nachteil-teuer-keine Klemmvorrichtung-umständlicher Wechsel der Schleifteller-keine Drehzahlregelung-schlechte Filterbox-sehr laut-relativ schwer
Preis379,89€160,00€69,95€
Quelle: allerbeste.de

Stationäre Schleifmaschinen 

  • Bandschleifmaschine
  • Breitbandschleifmaschine
  • Zylinderbandschleifmaschine
  • kantenschleifmaschine
  • Scheibenschleifmaschine

Schleifpapier

Das richtige Schleifpapier ist essentiell für ein optimales Schleifergebnis.

Die Körnungszahl P gibt an, wie grob oder fein die Schleifkörner sind. Je höher die Körnungszahl P ist, desto feiner ist der Schliff. 

Das Material der Schleifkörner unterscheidet sich in: 

  1. synthetisches Schleifpapier 
  • braunes Aluminiumoxid, rotes Korund, graues Siliziumkarbid
  • scharfes Schleifpapier
  • lange Haltbarkeit
  1. Schleifpapier aus natürlichen Materialien 
  • nicht lang haltbar
  • eher für weiches Holz geeignet 

Streuung (= Dichte der Schleifkörner) 

  1. offene Streuung 
  • Zwischenräume zwischen den Schleifkörnern
  • für weiche Hölzer (Kiefer, Fichte)
  • viel Abtrag beim Schleifen (Abtrag kann leichter entfernt werden, Schleifpapier setzt sich nicht so schnell zu)
  1. dichte Streuung 

Abgestufter Holzschliff (Welche Körnung?)

KörnungAnwendungSchliff
16 bis 60Vorschleifen von Vollholz, Abschleifen von alten LackschichtenGrobschliff
60 bis 120gehobelte und gefraeste Vollholzflächen, furnierte FlächenVorschliff
120 bis 220Vollholz, furnierte Flächen, gewässerte Flächen Nachschliff
280 bis 600Schleifen grundierter und zwischenlackierten FlächenFeinstschliff (Endschliff)

Quelle: Buch Holztechnik 

KörnungBezeichnungVerwendung 
16 bis 40grobFussböden, Abzahnen, Aufrauen 
50 bis 90mittelVorschliff gehobelter und furnierter Flächen
80 bis 120feinVorschliff von Hand und Maschine
120 bis 180fein bis sehr feinFertigschliff von Hand und Maschine 
240sehr fein Nachschliff von Hand nach Grundieren
220 bis 320 sehr feinVorschliff von Lackiermaschinen
280 bis 500sehr feinLackschliff von Hand und Maschine

Wichte Arbeitsregeln

  • Geschliffen wird grundsätzlich mit scharfem Schleifpapier und mäßigem Druck, damit Fasern nicht niedergedrückt, sondern sauber nachgeschliffen werden bzw. keine Brandflecken entstehen. 
  • Das Schleifpapier muss eisenfrei sein, denn eisenhaltiges Schleifpapier verursacht dunkle Flecken im Holz
  • nach jedem Schleifgang ist die Oberfläche zu reinigen, da die Poren mit Schleifstaub angereichert sind (Reinigungsbürsten, Absaugen)
  • Trage beim Holz schleifen eine Staubmaske und sauge den Holzstaub ab! Denn Holzstaub sollte nicht eingeatmet werden, da dieser zu schweren Gesundheitsschäden führen kann. Nachweislich fördert Buchen- und Eichenholzstaub die Entstehung von Nasenschleimhautkrebs. 

Holz schleifen: Anleitung

Was wird benötigt? 

  • Handschleifpapier
  • Schleifpapier für Geräte (Bsp.: P40,P80,P150,P350)
  • Schleifgeräte
  • Lappen 
  • Schwamm
  • Schraubstock, Zwingen, Klemmen
  • Werkbank/ Arbeitsböcke
  • Staubsauger
  • Handfeger 

Übersicht  

  1. Entfernen von Nägeln, Metallzubehör etc., 

Werkstück fixieren oder einspannen

  1. Grobschliff: Körnung P 16-60
  • Schleifrichtung: parallel zum Faserverlauf; bei deckend/ beschichteten Flächen: quer zur Faser möglich
  • mit mäßigem Druck und scharfem Schleifpapier 
  • Holzoberflaeche saeubern
  1. Vorschliff: Körnung P 60-120
  • Holzoberfläche säubern 
  • Oberflächen wässern 
  1. Nachschliff/ Zwischenschliff: Körnung P 120-220
  • quer zur Faser
  • Kratzer werden entfernt und Fläche eebnen 
  • aufgestellte Holzfasern glätten
  • Schleifstaub entfernen 
  • Oberfläche ggf. grundieren 
  1. Feinschliff/ Endschliff: Körnung P 280-600
  • Schleifen von grundierter und zwischenlackierter Flächen 
  • bereitet Holzfläche auf Lackieren/ Ölen/ Wachsen/Lasur vor  

Schritt für Schritt- Anleitung 

  1. Entferne alle Metallzubehör, Nägel, Schrauben etc. Diese könnten Funken entstehen lassen, welche sich mit dem Schleifstaub entzünden. Das Schleifpapier könnte sich zudem daran aufhängen und reißen. Das Werkstück wird entweder auf die Werkbank oder auf den Arbeitsboecken fixiert oder eingespannt. Hierfür eignen sich Schraubstöcke, Zwingen oder Klemmen. 
  2. Beim Grobschliff gilt es darauf zu achten, dass die Schleifmaschine stetig in Bewegung bleibt. Bleibt die Schleifmaschine jedoch auf einer Stelle, so würde sie dort zu viel Material abtragen. Daher sollten die Bewegungen gleichmäßig sein. Für den Grobschliff wird eine Körnung P 16-60 verwendet.  Dabei ist darauf zu achten, dass die Schleifrichtung parallel zur Maserung verläuft. 

Uebe nur leichten Druck aus. So wird verhindert, dass sich Hitze oder Dellen im Holz entstehen. Beim Grobschliff des Holz schleifens nimmt das Schleifpapier viel Abrieb (alte Farbreste, etc.) auf. Wechsel stetig das Schleifpapier, da dieser Abrieb die Oberfläche zerkratzen könnte.  

  1. Der Vorschliff erfolgt mit einer Körnung P 60-120 und ist nötig bei gehobelten und gefraesten Vollholzfächen sowie bei furnierten Oberflächen.

Das Wässern erfolgt nach dem Vorschliff. Durch das Wässern werden die beim Schleifen eingedrückten Holzfasern aufgerichtet. Zudem werden Druckstellen “aufgequollen” und die mit Schleifstaub verschmutzten Poren gesäubert. 

Das Wässern erfolgt mit warmem Wasser und wird mit einem Schwamm oder Tuch nass auf die Holzoberfläche aufgetragen. Ein möglicher Wasserüberschuss wird anschließend mit dem ausgewrungenen Schwamm abgneommen. 

Damit sich das Holz nicht wirft, sollte Vorder- und Rückseite gewässert werden. 

  1. Der Zwischenschliff wird mit einer Körnung P 120-220 bewerkstelligt. Die durch das Wässern aufgestellte Fasern werden geglättet. Schleife quer zur Faser und uebe wenig Druck aus. Anschließend wird der Holzstaub entfernt und ggf. wird nun die Holzoberfläche grundiert. 
  2. Der Endschliff/ Feinschliff erfolgt mit der Körnung P 280-600. Es werden nun grundierte und zwischenlackierte Flächen geschliffen. Um eine optimal glatte Oberfläche beim Holz schleifen zu schaffen, wird parallel zur Faser mit leichtem Druck geschliffen.  

Sauge die Holzoberfläche kontinuierlich und wische sie mit einem sauberen und trockenem Lappen ab. 

Streiche mit der Hand und den Fingern über die Oberfläche. Bist du mit deinem Ergebnis zufrieden oder lassen sich noch Unebenheiten ertasten? Dann arbeite diese Stellen nach. Wenn beim Holz schleifen mit dem richtigen Schleifgerät und jede Schritte sorgfältig durchgeführt worden sind, dann erhalten sie ein optimal glattes Ergebnis.

Nach dem Schleifen

Nach jedem Schleifen muss der Schleifstaub mit einer nichtmetallischen Bürste aus den Poren gebürstet werden, damit die Oberfläche wie z.B. von Beizen und Lacken gut benetzt wird. Dabei muss der Staub abgesaugt werden, denn Staub nimmt mehr Beizflüssigkeit auf als die Holzflächen.

Nun ist die Holzoberfläche für eine weitere Behandlung fertig. 

FAQ- häufig gestellte Fragen 

Welche Körnung zum Holz schleifen? 

Welche Körnung du zum Holz schleifen verwenden solltest, erfährst du hier: 

– P 40-80: Grobschliff. Abtragen von Material/ Lackschichten. Unebenheiten glätten 

– P 100-150: Vorschliff. Schleifen von gehobelten und gefraesten Holzflächen

– P 180-220: Zwischenschliff. Kratzer entfernen, Fläche ebnen, nach dem Grundieren

– P 320-400: Feinschliff. Polieren der Holzfläche. Schleifen grundierter und zwischenlackierter Flächen

Welche Körnung für den Zwischenschliff? 

Für den Zwischenschliff wird eine Körnung P 180 bis 220 verwendet. 

Der Zwischenschliff erfolgt bei Vollholz- und bei furnierten Flächen. Ebenso werden grundierte und gewässerte Flächen zwischengeschliffen. 

Eine mögliche Reihenfolge der Körnungen könnte sein: 

Grobschliff: P 40-80

Vorschliff: P 100-150

Zwischenschliff: P 180-220

Feinschliff: P 320-400

Warum Holz schleifen vorm lackieren? 

Holz muss vor dem Lackieren geschliffen werden. Durch das Schleifen wird die Oberfläche beispielsweise von alten Farbresten, Beschichtungsresten oder Unebenheiten entfernt. Die Poren des Holzes werden geöffnet, wodurch der Lack in die Schichten des Holzes eindringen kann. Dies gewährt einen guten Oberflächenschutz. 

Kann man mit Winkelschleifer Holz schleifen? 

Ein Winkelschleifer kann zum Holz schleifen genutzt werden, jedoch nur für den Grobschliff der Holzoberfläche. Zudem lässt sich die Oberfläche nur schwer ebnen. Durch den Winkelschleifer kann es nämlich passieren, dass Kuhlen in das Holz geschliffen werden. Besser geeignet sind Bandschleifer, Tellerschleifer oder Schwingschleifer. 

Was ist ein Zwischenschliff? 

Ein Zwischenschliff ist notwendig um die noch bestehenden Kratzer oder Unebenheiten zu beseitigen. Gewässerte und grundierte Flächen werden zwischengeschliffen, da sich bei diesen Behandlungen die Fasern hochstellen. Somit wird die Holzoberfläche plan geschliffen. 

Welches Schleifpapier für den Zwischenschliff? 

Für den Zwischenschliff wird ein Schleifpapier mit der Körnung P 180-220 verwendet.

Welche Körnung vor dem Lackieren?  

Welche Körnung vor dem Lackieren verwendet werden sollte, erfährst du hier: 

Grobschliff (Körnung P 16-60): Abschleifen von alten Lackschichten

Vorschliff (Körnung P 60-120): Unebenheiten glätten, entfernen von leichten Leimdurchschlägen

Nachschliff (Körnung P 120-220): Glätten und Säubern des Holzes, nach Wässern

Feinschliff (Körnung P 280-600): Schleifen von grundierter und zwischenlackierter Flächen 

Kann man Holz streichen ohne Schleifen? 

Holz kann ohne schleifen gestrichen werden. Jedoch ist dies nicht ratsam, da durch das Schleifen die Holzoberfläche von möglichen Resten befreit wird, die Poren saugfähiger werden und die Farbe besser auf dem Holz haften bleibt. 

Kann man Holz nass schleifen? 

Holz kann man nass schleifen. Jedoch sollte es vor dem Schleifgang vollständig getrocknet sein. Durch das Wässern sowie im Trocknungsprozess stellen sich die Holzfasern auf, welche beim Nachschliff geglättet werden. Ist das Holz noch nicht vollständig trocknen, so kann es dazu kommen, dass sich die restlichen Fasern erst nach dem Schleifen aufstellen. Somit müsste dann ein zweites Mal geschliffen werden. Der Nachschliff wird mit einer Körnung P 120-220 geschliffen.  

In diesem Artikel hast du viele Informationen ueber das Holz schleifen erhalten. Dir wurde darüber berichtet, was Holz schleifen überhaupt ist, welche Geräte zu verwenden sind sowie welche Körnung bestenfalls das Schleifpapier haben sollte. 

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