Holz ölen (wie ein Profi)

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Holz ölen. Insbesondere wird darauf eingegangen, weshalb Holz geölt wird, welche Vorteile es mit sich bringt und welche Öle sich am besten eignen. Welches Öl ist besonders umweltfreundlich? Erhalte zudem Tipps zur Eindämmung des Geruchs. 

Was ist Holz ölen?

Beim Holz ölen wird die Holzoberfläche mit Öl behandelt. Öle bestehen zu einem überwiegenden Teil aus natürlichen Rohstoffen. Daher greifen viele Hand- und Heimwerker auf die Methode des Holz oelens zurück. 

Wann werden für Holzoberflächen Öle verwendet? 

Öle werden vorwiegend für Hölzer mit <20% Holzfeuchte verwendet. Da sich Oele nicht mit Wasser verbinden, dringen sie sofort tief ins Wasser ein. Je trockener das Holz ist, desto besser sein Aufnahmevermögen. 

Bei den heute gebräuchlichen Ölen handelt es sich um organische Wirkstoffe, welche in organischen Lösemitteln gelöst sind. 

  • Schneidebretter (natürliches Öl) 
  • Badmoebel 
  • Gartenmöbel 
  • Küchenarbeitsplatten (natürliches Öl) 
  • Kinderspielzeug (natürliche, geprüfte Öle)
  • Holzfußböden 
  • Holztische
  • Tischplatten

Vorteile des Holz ölens

  • Holzmasse werden nicht verändert
  • Öle sind wasserabweisend und witterungsbeständig
  • leicht auftragbar
  • dringt tief in Holzporen ein und entfaltet dort eine pflegende Wirkung
  • schützt Holz vor Feuchtigkeit 
  • Holz bleibt dennoch atmungsaktiv und diffusionsoffen (Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben)
  • keine Rissbildung des Holzes (Öl trocknet Holz nicht aus)
  • weiche, angenehme Haptik 
  • betont Textur des Holzes 
  • Ausbesserungen Werkstück unkomplizierter möglich

Nachteile des Holz ölens

  • Holzoberfläche nicht in sich geschlossen: Schmutz kann in Poren dringen 
  • regelmässige Erneuerung der Ölschicht ( Bsp. im Aussenbereich: Gartenmöbel/ Holzfussboden= 1x jährlich), Erneuern wenn raue Oberfläche

Welches Öle wird zum Holz ölen verwendet? 

Die Auswahl des Oeles ist von verschiedenen Aspekten abhängig: 

  • Werkstück 
  • persönliche Vorlieben 
  • Trocknungszeit des Oeles 
  • Natürlichkeit/ Umweltfreundlichkeit des Oeles
  • gewünschte Farbveränderung

Natürliche Öle

  • Leinöl
  • Walnussöl
  • Mohnöl
  • Disteloel
  • Tungöl

Diese Öle ziehen tief in das Holz ein. Da beide dieser Oele zudem auch in der Küche verwendet werden, sind diese essbar und erhalten keine weiteren Zusatzstoffe. Daher sind sie sehr gesundheitsfreundlich. 

Die Trocknungszeit bei natürlichen Ölen ist länger, da diese keine Sikkative (Trockenstoffe) erhalten. Der Trockenvorgang brauch 4 bis 7 Tage. 

Falls dein Werkstück also schnell trocken sein sollte, ist ein natürliches Öl weniger geeignet. 

Leinölfirnis ist beispielsweise ein natürliches Öl (Leinöl) mit dem Zusatz von Sikkativen. Diese Öle trocknen schneller. 

Beispielsweise können Schneidebretter mit natürlichen Ölen behandelt werden, da etwas essbares mit dem Öl in Berührung kommt und somit mit keinen künstlichen Stoffen Kontakt hat. 

Bei natürlichen Ölen besteht eine Schimmelgefahr. 

Teaköl

  • enthält Farbpigmente 
  • Behandlung von Teakholz und anderen Holzarten
  • verleiht mittelbraune Farbe 

Hartöl

Hartöle finden Verwendung im Möbelbau, da dieses für normal bis stärker beanspruchte Flächen geeignet ist. 

Hartöl bildet einen harten Schutzfilm auf der Holzoberfläche und trocknet schnell. Die Oberflächen werden widerstandsfähig. 

Hartöle können Pigmente erhalten und somit deinem Werkstück eine neue Farbnote verpassen. 

Fußboden werden besonders stark beansprucht, sodass hier besondere Hartöle Verwendung finden (Bodenöle). 

Hartwachsöle bestehen teils aus Oel und teils auch Wachs. Durch das Wachs wird das Holz wasserabweisender. Auf mit Hartwachsoel behandelten Flächen entstehen zudem weniger Flecken wie von beispielsweise Getränken. 

Holzöle

Holzöl besteht aus dem Samen des Tungbaumes (Asien).

Dieses Öl trocknet schnell, ist spröde und hat einen gewissen Eigengeruch. Ebenso dringt Holzöl tief in das Holz ein. Holzöle können zudem mit einem UV-Schutz versehen sein. 

Die Holzoberflächen sind eher matt und milchig als glaenzend. 

Danish Oil/ Tru Oil 

Danish Oil und Tru Oil finden verleihen der Holzoberfläche einen starken Glanz. 

Insbesondere werden Gitarren mit diesen Ölen behandelt. 

Die Trocknungszeit beträgt 4-8 Stunden. 

Öl von welchem Hersteller? 

Hersteller mischen ihre Rezepturen sehr unterschiedlich. Ebenso verfolgen diese entgegengesetzte Philosophien. Dem einen Hersteller ist die Natürlichkeit seiner Inhaltsstoffe von großer Bedeutung, sodass womöglich die Flächen länger trocknen müssen und kleben. Der andere legt seine Priorität auf die handwerkliche Verarbeitung, sodass womöglich auf veränderte Naturstoffe zurückgegriffen worden ist. Den besten Hersteller gibt es demnach nicht. 

Achtung: Falle nicht auf die Werbung rein wie “Mit natürlichem Leinöl” oder “mit duftendem Bienenwachs”. Oft beinhalten diese chemische Zusätze. 

Wichtig! Viele Hersteller verwenden kobalthaltige Trockenstoffe, um Trocknungsprozesse zu beschleunigen. Kobalt kann jedoch Allergien hervorrufen. Werden diese Oberflächen abgeschliffen, so entsteht Kobaltstaub. Dieser ist als krebserregend eingestuft. 

Hartwachsöle welche mit “Bio”, “Green” oder “Natur” geworben werden, können zudem auch Kobalt enthalten. 

Oft sind nicht alle Inhaltsstoffe auf dem Behältnis angegeben oder sogar nur im Internet in den Technischen Merkblättern. 

Tragen Sie daher besser Atemschutzmaske!

Naphthalin und Butanonoxim sind krebsverdächtige Stoffe. Saicos Ecoline Hartwachsöl „Natur“ (seidenmatt) erhält sogar laut Öko- Test Butanonoxim!!

Vorbereitung der Oberfläche

Eine geeignete und sorgfältig durchgeführte Vorbereitung der Flächen bildet die Voraussetzung für eine technisch und ästhetisch einwandfreie Oberflächenbehandlung. 

Holzauswahl

Die Qualität der Oberflächenbehandlung beginnt bereits mit der Holzauswahl. Jedes Holz hat eigene Eigenschaften. Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich beispielsweise in ihrer Farbe, Struktur, Dichte und ihrer Inhaltsstoffe sowie Härte.

Oberfläche schleifen 

Nach der Holzauswahl wird zunächst die Oberfläche durch das Schleifen geebnet und geglättet. Für den Vorschliff sollte eine Körnung von etwa P 80- 120 und für den Fertigschliff eine Körnung von P 180-240 verwendet werden. Dabei sollte die Schleifrichtung parallel zum Faserverlauf erfolgen. 

Holz ölen- Schritt für Schritt

  1. Untergrund vorbereiten
  • Feinschliff Holzoberfläche mit Körnung P 180-240
  1. Auftrag des Oeles
  • großzügiger Auftrag mit Rolle, Pinsel, Baumwolltuch oder Spritzen (40-60 ml/m^2)
  1. Überschüsse abnehmen
  • nach 45 Minuten das überschüssige Öl mit Exzenterschleifer und speziellem Kunstoffvlies (Pad) einschleifen (Körnung P320). Dadurch wird die Holzoberfläche besser verdichtet und das Oel kann tiefer in das Holz sickern
  1. Oberfläche polieren
  • anschließend mit feinerem Pad auspolieren
  1. Trocknen lassen 
  • ca. 6-12 Stunden 
  1. mehrere Durchgänge möglich 
  • bei starker Beanspruchung weiterer Auftrag von 10-20 ml/m^2; anschliessend mit feinerem Pad auspolieren; der Oelvorgang kann bis zu 5 mal wiederholt werden

Achtung! 

Mit Öl getränkte Lappen sind leicht selbstentzündlich. Die Lappen müssen daher in einem luftdicht verschlossenen, nicht brennbaren Behälter aufbewahrt werden!  

Durch das Ölen stellen sich Holzfasern auf. Diese können durch einen Schliff (Körnung P320) wieder geglättet werden. 

Holz ölen nach Holzart

Nadelholz 

(Fichte, Kiefer, Lärche, etc.)

Die Frühholz- Struktur bei Nadelhölzern ist sehr schwammig. Daher kann dieses noch nach mehreren Öldurchgängen noch stumpf und matt aussehend sein, wobei das Spätholz schon glänzend ist. Schließe einen weiteren Öldurchgang an. 

Porige Harthölzer

Bei porige Hölzern wie beispielsweise Eiche, Nussbaum und Kirsche kann es dazu kommen, dass sich nur einzelne Poren, Risse oder Fugen mit Öl aufsaugen. Beim Trocknungsprozess wird dieses Öl ausgestossen und sollte so schnell wie möglich abgewischt werden. Daher: öle diese Holzarten morgens und kontrolliere im Laufe des Tages, ob sich ein solcher Ölring gebildet hat. 

Tipps gegen den Geruch 

  • Trocknungszeiten verlängern, insbesondere nach der ersten Ölung

(2-3 Tage warten, für gute Durchlüftung sorgen) 

  • Möbelinnenseiten, Rückwände, Einlegeböden nur einmal einölen, da diese nicht weiter strapaziert werden 
  • alternativ wachsen, Verwendung als Grundierung “Schnellschleifgrund” auf wasserbasis (= Shellack- Anstrich, Fläche nach Trocknung geruchsfrei)

Holz ölen und wachsen- geht das? 

Wachse werden häufig als Oberflächenbehandlung verwendet. Jedoch nehmen diese mehr Schmutz auf. 

Gewachste Oberflächen können nicht mehr richtig geölt werden, da die Poren schon gesättigt sind und das Oel keine Anhaftung mehr findet. 

Hartwachsoele enthalten einen Anteil Wachs, welcher die Holzoberfläche zum Glänzen bringt. Hartwachsoele werden haeufig bei beanspruchbaren Flaechen verwendet, wie beispielsweise bei Holzfußböden. Dieses Material trocknet schnell und bildet eine belastbare Schutzschicht. 

Ölen mit Hausmitteln 

Oele mit ungesaettigten Fettsaeuren koennen trocknen. 

  • Leinöl,Walnussöl, Mohnoel,Disteloel und Tungöl lassen sich verwenden,
  • Olivenöl und Sonnenblumenöl nicht verwenden, denn diese trocknen nicht, kleben und können sich verfärben

Du möchtest wissen, wann und wie Holzmöbel geölt werden sollten? Dann könnte Dich unser Blog “Wann Holzmöbel ölen?” interessieren.

Öko- Test Holzöle

Aus vielen Holzoelen entweichen nach dem Oeffnen des Behaeltes organische Verbindungen. Diese gelangen nach dem Auftrag und während der Trocknung in die Raumluft. Einige flüchtige organische Verbindungen sind besonders kritisch, da sie das zentrale Nervensystem und innere Organe schädigen können. 

Der Testsieger: Remmerseco Hartwachsöl Eco (farblos) 

  • Bestnote: sehr gut 
  • 90% der Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen 
  • für Holzflächen im Innenbereich, Kork, Paneelen, Leisten 
  • Preis: 1,40€/ m^2

Quelle: Öko- Test Holzöle

FAQ- häufig gestellte Fragen 

Welche Öle für Holz? 

Welche Öle für Holz verwendet werden sollte: 

Harttwachsöle: für stark beanspruchte Flächen(Fußböden)

Natürliche, gff. geprüfte  Öle: Küchenarbeitsplatten, Schneidebretter, Kinderspielzeug

Teaköl: für mittelbraunen Farbton bei allen Holzarten, Teakholz

Danish Oil/ Tru Oil: für glänzende Oberflächen, Bsp.: Gitarren 

Wie ölt man Holz richtig? 

Holz ölen richtig: 

1) Untergrund vorbereiten
– Feinschliff Holzoberfläche mit Körnung P 180-240

2) Auftrag des Öles
– großzügiger Auftrag mit Rolle, Pinsel, Baumwolltuch oder Spritzen (40-60 ml/m^2)

3) Überschüsse abnehmen
– nach 45 Minuten das überschüssige Öl mit Exzenterschleifer und speziellem Kunstoffvlies (Pad) einschleifen (Körnung P320). Dadurch wird die Holzoberfläche besser verdichtet und das Oel kann tiefer in das Holz sickern

4) Oberfläche polieren
– anschließend mit feinerem Pad polieren

5) Trocknen lassen
– ca. 6-12 Stunden

6) mehrere Durchgänge möglich 
– bei starker Beanspruchung weiterer Auftrag von 10-20 ml/m^2; anschliessend mit feinerem Pad auspolieren; der Oelvorgang kann bis zu 5 mal wiederholt werden

Welches Haushaltsöle für Holz?

Es sind nicht alle Haushaltoele für die Behandlung von Holz geeignet. 

Öle mit ungesaettigten Fettsaeuren trocknen schneller und koennen zum Holz ölen verwendet werden. Leinöl, Walnussöl, Mohnöl, Distelöl und Tungöl können eingesetzt werden. Leinöl trocknet jedoch zwischen 4 bis 7 Tage. Verwenden sie nicht Olivenöl oder Sonnenblumenöl, da diese nicht trocknen und kleben. 

Welches Leinöl für Holz? 

Folgende Leinöle koennen fuer das Holz ölen verwendet werden: 

Produkt HändlerPreis
Biopin Exclusiv Leinöl- Pflegeöl OBI 14,99€/ l 
Clou Leinölfirnis 500 ml OBI 10,49€/ l 
Bondex Leinoelfirnis Transparent 500 mlOBI12,99€/ l 
Leinoelfirnis 1l Bauhaus 8,15€/ l 
Primaster Leinoelfirnis 1l Globus 8,69€/ l
Leinoelfirnis Kluthe 2,5l Hornbach 18,95€/ Stück 

Was macht Leinöl mit Holz? 

Was macht Leinöl mit Holz? Leinöl ist ein natürliches Öl und zieht in die Poren des Holzes ein. Leinöl schützt das Holz vor Feuchtigkeit und entfaltet eine Pflegende Wirkung. 

Warum Leinöl für Holz? 

Leinöl eignet sich gut für das Behandeln von Holz, das es ein natürliches Öl ist und somit umweltfreundlich und nicht schädigend für die Gesundheit. Die Trockenzeit von Leinöl liegt bei 4 bis 7 Tage. 

Was macht man mit Leinölfirnis? 

Mit Leinölfirnis kann ein Holzstück eingeölt werden. Leinölfirnis besteht aus Leinöl und dem Zusatz von Sikkativen (Trockenstoffe). Diese begünstigen, dass das Oel auf der Holzoberfläche schneller eintrocknet. 

Welches Walnussöl für Holz? 

Am besten eignen sich folgende Walnussöle für das Holz ölen: 

ProduktHändlerPreis
Fandler Bio- Walnussöl, 250 mlAmazon13,90€
Manako Walnussöl, raffiniert, 250 mlMakana 6,90€

Kann man mit Walnussöl Holz imprägnieren? 

Ja, mit Walnussoel kann man Holz imprägnieren. Walnussoel ist ein natürliches Öl und zieht tief in die Holzporen ein. Walnussoel schützt das Holz vor Feuchtigkeit, jedoch beträgt der Trocknungsprozess circa 1,5 Wochen. 

Welches Öl zum Holz behandeln? 

Am besten eignen sich natürliche Öle zum Behandeln von Holz. Diese sind umweltfreundlich und nicht gesundheitsschädlich. Es lassen sich Leinöl, Walnussöl, Mohnöl, Disteloel und Tungöl verwenden. Leinölfirnis trocknet schneller. 

Kann man Holz mit Olivenöl behandeln? 

Nein, mit Olivenöl sollte kein Holz behandelt werden. Olivenöl enthält keine gesättigten Fettsäuren und trocknet daher nicht; die Oberfläche bleibt klebrig. Zudem kann Olivenöl schimmeln. 

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Holz ölen. Insbesondere wird darauf eingegangen, weshalb Holz geölt wird, welche Vorteile es mit sich bringt und welche Öle sich am besten eignen. Wir haben aufgeklärt!

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