Bis wann wurden Holzbalkendecken verbaut?

In diesem Artikel stellen wir die Holzbalkendecken vor. Wann entstanden Holzbalkendecken und bis wann wurden Holzbalkendecken verbaut? Wieso wurde hauptsächlich auf diese Variante zurückgegriffen? Erfahre hier mehr über den Aufbau und die Funktion dieser Deckenverkleidung. 

Bis wann wurden Holzbalkendecken verbaut? 

Holzbalkendecken wurden bei Mehrfamilienhäusern bis etwa 1940 und bei Einfamilienhäusern bis 1960 verbaut. Durch die wachsenden Ansprüche an den Wohnkomfort und der Funktionalität, wurden Holzbalkendecken von Stahlbetondecken abgelöst. In mehrgeschossigen Holzbau wurden spaeter Holz- Beton- Verbunddecken verbaut.

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, welcher auch früher in der Umgebung leicht zu finden war. Um stabile Hauskonstruktionen zu bauen, wurden stabile Holzstämme verbaut.

Im Mittelalter wurden “Bohlen-Balken- Decken” verbaut. Die tragenden Holzbalken wurden an den Flanken  mit Nuten versehen, in welche Bohlenbretter hineingeschoben worden sind. So entstand ein Zwischenraum, welcher mit unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise mit Kies gefüllt werden konnte. 

Vorteile Kies: 

  • Schallschutz 
  • Brandschutz 

Um die Wärmedämmung zu erhöhen wurden die Zwischenräume mit Spreu oder Sägespänen gefüllt. 

Im 17. Jahrhundert war der Aufbau der Holzbalkendecken bis nach dem zweiten Weltkrieg erhalten. Im Barock wurden die Unterseiten der Baken verputzt und mit Ornamenten, Verzierungen, Stuck und Malereien versehen. Putzträger waren dabei Latten und Schilfmatten. 

Was sind Balkendecken? 

Balkendecken sind Decken, die vorstehende Balken oder balkenförmige Verkleidungen aufweisen. Die Felder zwischen den Balken können verputzt oder verkleidet sein.

Funktion und Aufbau

Bei echten Balkendecken tragen Vollholzbalken die Deckenlast. Um eine besondere gestalterische Wirkung zu erreichen, sind sie Balken manchmal mit Brettern verkleidet, da die Balken meist eine raue Oberfläche und schwundrisse aufweisen könne.  

Ursprünglich hatten Balken die Aufgabe, die Deckenlast zu tragen. Die schweren Hölzer wirken rustikal, behaglich und geben dem Raum zusammen mit passender Inneneinrichtung eine warme, gemütliche Atmosphäre. 

Mit Scheinbalken kann man das gleiche Aussehen wie mit echten Balken erzielen. 

Bei Scheinbalken werden Bretter balkenförmig zusammengefuegt. Sie können auf eine verputzte Decke gesetzt sein, wobei die Putzfläche zwischen den Balken sichtbar bleiben. 

Manchmal sind sie an den Rohdecken befestigt und die Zwischenfelder mit Brettern oder Platten verkleidet. Für dekorative Zwecke wird so eine Balkendeckenwirkung erzielt. 

Sie sollten in Querrichtung des raumes angeordnet werden, wie es den statischen Regeln für Tragbalken entspricht. Dazu wird ein Montageholz mit Dübeln an die Decke geschraubt. Um dieses Kantholz werden die Seiten und die Abdeckplatten des Scheinbalkes geleimt, geschraubt oder festgestiftet. 

Bei abgehängten Scheinbalken hängt das Montageholz für den Scheinbalken an einem Tragholz aus Latten oder Brettern. Abhängbandeisen (Schlitzbandabhänger) halten die Tragkonstruktion an der Decke. 

Der Abstand der Holzbalken ist abhängig von: 

  • der zu tragenden Last 
  • der Breite und Dicke der Balken 
  • den konstruktiven Anforderungen (Treppen Durchgänge, Schornstein, Fenster, etc) 

Üblicherweise beträgt der Abstand 1,20 m bis 50 cm.  

Sind auf den Balken Bretter befestigt, wird dies meist als Dielenboden bezeichnet, da so eine begehbare Fläche entstanden ist. In vielen Häusern wird diese Fläche als Dachboden verwendet. 

Nachteile einer Balkendecke

  • geringe Schalldämmung
  • erhöhte Brandgefahr 
  • hohe Gefahr bei Hausbockbefall: im schlimmsten Fall austauschen 
  • aufwendiger Ausbau 
  • keine natürliche Trittschalldämmung
  • Holz arbeitet 

Holzdecken Arten 

Freiliegende Deckenbalken

Freiliegende Deckenbalken wurden damals als “Gestreckte Windelboden” bezeichnet. 

Baumstämme mit einem einem Durchmesser von 7 bis 20 cm wurden über die Balken gelegt mit Strohlehm und einer Schicht Lehmestrich bedeckt. 

In der modernen Bauweise werden oberhalb der Deckenbalken Bretter, Trittschalldämmung und schwimmendem Estrich verlegt. Somit bleibt die Unterseite sichtbar. 

Geschlossene Decke

Bei der geschlossenen Decke kann die Unterseite der Balken mit Holz verkleidet werden (= Holztäfelung). 

Zudem können an die Unterseite der Balken grobe und raue Latten montiert werden, zwischen welche Matten aus Schilfrohr genagelt werden können. Diese Konstruktion kann somit verputzt werden. 

Dübeldecke

Die Dübeldecke wird auch Dübelbaumdecke oder im hochdeutschen Dueppeltramdecke genannt. Bei der Dübeldecke sind die einzelnen Holzbalken miteinander verdübelt. Der Abstand. Die Holzbalken sind etwa 10 bis 20 cm dick. 

Die Konstruktion der Dübeldecke ist sehr belastbar und ist sehr gut wärmedämmend.  

Oberhalb der Balken können Bretter/ Dielen verlegt werden. Der Zwischenraum wird ausgeschüttet. 

Stahlbetondecke

Vorteile: 

  • guter Schallschutz
  • schnell und günstig vor Ort gießbar
  • nicht brennbar 
  • druckfester als Holz
  • höhere Waermespeicherfaehigkeit 

Nachteile:

  • muss nach dem Einbau aushärten; gibt Feuchtigkeit an Umgebung ab
  • weniger zugfest als Holz

Die Füllung der Holzbalkendecken

Zwecks einer Trittschalldämmung wurden zu früheren Zeiten die Zwischenräume der Balken mit Sand, Hochofenschlacke, Strohlehm oder Formteile aus Gips und Ton gefüllt.

Damit das Füllmaterial nicht  eine Auflage hatte, wurde an die Unterseite der Holzbalken eine Decke eingezogen (geschlossene Decke oder Fülldecke). 

Durch die Füllung nimmt die Last der Decke zu, wodurch diese nicht mehr so doll in Schwingungen versetzt werden kann. Zudem wird dadurch auch die Wärmedämmung erhöht. 

Hast Du schon einmal von Deckenpaneelen gehört? Unser Blog “Deckenpaneele-was,wieso,warum?” nimmt Dich mit und informiert über die unterschiedlichen Arten und wie diese verlegt und gestrichen werden.

Dieser Artikel beschäftigte sich mit der Frage: Bis wann wurden Holzdecken verbaut? Wir haben aufgeklärt!

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