Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

Die Holz Textur bezeichnet die Zeichnung eines jeden Holzes. Holz ist ein einzigartiges Naturprodukt, welches von physikalischen Grundgesetzen wie beispielsweise von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflusst werden. Dadurch ist jeder Baum einzigartig. Jeder Baum weist ein eigenes Bild auf, welches durch den Wuchs, der eigenen Farbe, Struktur und Maserung geprägt ist. 

Was ist eine Holz Textur? 

Eine Holztextur wird auch Maserung oder Zeichnung genannt. Sie bezeichnet die Längsanordnung der Holzfasern und das daraus resultierende Muster.

Sie entsteht durch das unterschiedliche Anschneiden des Zellgewebes. So entsteht beim Radialschnitt ein streifiges und beim Tangentialschnitt dagegen ein gefladertes Bild.

Die Holztextur hängt von der Struktur und den natürlichen Farbunterschieden des Holzes ab. Texturen können gestreift, gefladert, geriegelt, pyramidenförmig, blumig oder geflammt sein. Besonders auffällig wird die Holz Textur, wenn der Schnitt tangential zu des Jahresringen und den Messerfurnieren verläuft. 

Unter Struktur wird der Verlauf der Jahresringe und der Holzfasern, Kern- und Splintholz, Poren, Holzstrahlen (Markstrahlen), Wechseldrehwuchs und Riegelstruktur verstanden.

Was hat die Holztextur für eine Bedeutung? 

Die Holztextur ist entscheidend für die Auswahl des Holzes. 

Wie unterscheiden sich die Maserungen? 

nach:

  • Richtung der Holzzellen (z.B. gerade Maserung, spiralförmige Maserung)
  • Aussehen und Gestaltung der Oberfläche
  • Platzierung der Wachstumsringe (z.B. vertikale Maserung)
  • der Schnittebene (z.B. Hirnholz)
  • der Wachstumsrate (z.B. schmale Maserung)
  • der relativen Zellgröße (offene Maserung)

Maserungsbezeichnung

  • gerade (parallel zur Längsachse)
  • spiralförmig (spiralförmig um Baumachse)
  • geriegel (spiralförmig um Baumachse, dann umgekehrte Richtung, schwierig zu Bearbeiten)
  • wellig (wellig um Stamm gewachsen)
  • unregelmäßig (verwirbelte und verdrehte Maserung)

Richtung der Holzzellen

  • gerade 
  • spiralförmig

Durch Anschneiden

  • streifig (durch Radialschnitt) 
  • gespiegelt (durch Radialschnitt, besonders bei Eiche
  • gefladert (durch Tangentiallschnitt)

Nach Holzart

  • schlicht (Ahorn, Linde Pappel)
  • gewellt (ungarische Eiche)
  • gestreift (Sapeli, Zebrano)
  • gefleckt (Vogelaugenahorn, Schlangenholz)
  • flammig (Pyramidenmahagoni)
  • gewimmert (Birke)
Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

gefladerte Holztextur

Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

Vogelaugen

Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

schlichte streifige Holztextur

Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

gestreifte Struktur

Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

gefladerte Zeichnung

gemaserte Zeichnung

Holztextur (5 Schritte zur perfekten Maserung)

gestreift mit Spiegeln

Physikalische Aspekte der Holztextur

Die beiden grundlegenden Kategorien der Maserung sind:

  • mit (gerade) der Faser
  • gegen (quer) die Faser

Die gerade Faser verläuft parallel zur Längsachse des Werkstückes. Diese Hölzer sind am leichtesten zu verarbeiten. Dagegen verläuft die Quer-Faser entweder spiralförmig oder diagonal gegen die Längsachse. Die Steigung der Maserung bezeichnet hierbei den Betrag der Abweichung zur Längsachse/ Baumachse.

Bearbeitungsrichtungen

Soll das Holzwerkstück bearbeitet werden, so werden verschiedene Bearbeitungsrichtungen formuliert: 

  • mit der Maserung (leichte Bearbeitung, sauberes Ergebnis)
  • gegen den Strich (schweres Arbeiten, schlechtes Ergebnis durch Absplittern oder Ausreißen)
  • quer zur Faser (Schnittrichtung verläuft quer zu Faserlinien)
  • Hirnholz (rechtwinklig zum Faserverlauf, z.B. durch Schnitt am Ende eines Brettes)

Auswirkung auf das Werkstück

Die Ausrichtung der Holztextur ist beim Verbinden von Holzstücken oder einer Holzkonstruktion entscheidend. Die Größe der Spannung variiert je nachdem, ob die Maserung quer oder mit der Faser verläuft. Demnach kann sich das fertige Werkstück wölben oder nicht. 

Ästhetische Aspekte der Holztextur

Die Holzmaserung weist abwechselnd helle Holz und dunkle Bereiche auf (Jahresringe). Diese Bereiche gekennzeichnet durch das Früh- und das Spätholz. Das Frühholz ist heller als das Spätholz. 

Pilze, Spannungen, Äste und spezielle Faserrichtungen können zudem die Zeichnung des Holzes beeinflussen. Diese Besonderheiten ergeben ein selte Holztextur und steigern den Wert des Holzes. Vogelaugen, gemaserte und gewellte sowie geriegelte Zeichnungen die Holztextur auffallen. 

Maserung hervorheben

Die Holz Textur kann mit Acrylfarbe hervorgehoben werden. Anschließend kann das Werkstück mit  einer Lasur behandelt werden.

Maserierung

Durch das maserieren wird das natürliche Aussehen des Holz auf anderen Oberflächen immitiert. 

Anleitung 

Schritt 1 Vorbereitung der Oberfläche

Arbeitsbereich vor Flecken schützen

Der Arbeitsbereich sollte vor Flecken geschützt werden. Legen Sie eine Abdeckfolie oder eine Abdeckplane auf den Boden. Beräumen Sie den Arbeitsbereich, da womöglich ungewollte Flecken entstehen könnten. 

Tragen Sie Handschuhe und achten Sie darauf Kleidung zu tragen, die schmutzig werden darf. 

Sorge für gute Durchlüftung. 

Entfernung von Zubehören oder Abkleben

Soll beispielsweise eine Tür maseriert werden, werden die Griffe, Scharniere und Metallplatten entfernt. 

Andererseits klebe diese ab. Streifen Sie mit einem Fingernagel am Malerkrepp entlang, um zu vergewissern, dass dieses dicht am Objekt geklebt ist und keine Farbe hindurchlassen wird. 

Schleifen Sie die Oberfläche 

Damit die Oberfläche bestmöglich die neue Farbe aufnehmen kann, muss diese geschliffen werden. Unebenheiten werden dadurch beseitigt. 

Schleifen Sie die Oberfläche mit eine Körnung P60-80 vor. Beseitigen Sie den Holzstaub und tätigen Sie den Zwischenschliff mit dem Schleifpapier P120-180. Für den Endschliff verwenden Sie P220. Damit sich nicht zu viel Holzstaub auf der Oberfläche bildet, schließen Sie die Schleifmaschine an einen Staubsauger an. Dies ist zudem eine Vorschrift. 

Säubern der Oberfläche

Saugen Sie die Oberfläche sauber und wischen Sie diese mit einem sauberen und feuchtem Tuch ab. 

Wenn der Gegenstand aus Plastik sein sollte, dann reinige diesen mit Seifenwasser.  Anschließend wische mit einem von Reinigungsalkohol getränkten Lappen über die Oberfläche. 

Lassen Sie den Gegenstand vollständig trocknen. 

Schritt 2

Auswahl brauner Acrylfarbe

Kaufen Sie einen hellen, mittleren und dunklen Braunton von Acryl- Künstlerfarbe. 

Der mittlere Braunton bildet den Grundton, wogegen ein dunkleres Braun für die Darstellung des Spätholzes verwendet wird. 

Wählen Sie 2 bis 4 hellere Brauntöne, um Schatten und hellere Stellen darzustellen.

Für eine offensichtliche Holztextur verwenden Sie zwei Farbtöne, welche deutlich dunkler oder heller als der Grundton sind. 

mit goldenen, rostfarbenen oder kupferfarbenen Tönen können Sie unterschiedliche Holzarten darstellen. 

Auftrag der Acrylgrundierung

Tragen Sie die Grundierung mit einem breiten Pinsel auf die Oberfläche auf. 

Sprühgrundierunegn sollten nur in gut gelüfteten Bereichen aufgetragen werden. 

Die Grundierung muss nun vollständig trocknen (i.d.R. 20 Minuten)

Schritt 3 Auftrag der Farbe

Auftrag des Grundtons

Streichen Sie den mittelbraunen Farbton mit einem breiten flachen Pinsel vollflächig auf die Oberfläche. Lassen Sie den Farbton trocknen. 

Ist die Oberfläche mit Verzierungen und Profil ausgearbeitet, so lässt es sich besser mit einem kleinen Pinsel arbeiten. So kann die Farbe gut in kleine Ecken, Winkel und Spalten aufgetragen werden. 

Auftrag des Dunkelbrauns

Arbeiten Sie mit einem flachen, breiten und trocknen Pinsel. Schütten Sie die Farbe in ein Gefäß, in welches der Pinsel gut eingetaucht werden kann. Um überschüssige Farbe zu entfernen, tippen Sie den Pinsel auf einem Tuch ab. 

Der Auftrag erfolgt in gleichmäßigen geraden Linien von oben nach unten. 

Am Besten eignet sich ein Pinsel aus Wildschweinborsten, denn dieser hat steife raue Borsten. 

Anschließend muss die Farbe trocknen. 

Endanstrich 

Die Holz Textur wird nun vervollständigt. Arbeite dich mit einem dunkleren Farbton zu einem helleren Farbton vor. Jede Farbe muss trocknen, bevor diese übergearbeitet werden kann. Jede Farbe wird mit einem extra Pinsel aufgetragen. Tippen Sie jedes Mal den Pinsel auf einem Tuch ab. 

Die Trockenheit des Pinsels zeichnet die Holzmaserung. 

Bevor die letzte Farbschicht getrocknet ist, können Sie einen langhaarigen flachen Pinsel verwenden. Verwischen Sie damit die äußere Maserung. So wird eine natürliche Holz Textur erzielt, die innen scharf und außen unscharf ist. 

Durchschnittlich beträgt die Trockenzeit der Farbe 10 bis 15 Minuten. 

Der hellste Ton sollte sparsam aufgetragen werden. Male pro Farbe nur eine Schicht. 

Schritt 4 Der Strukturspachtel

Der Strukturspachtel wird auch Maserboy oder Maserierpad genannt. 

Dieses Werkzeug besteht aus einem Griff und einem Keil. Auf der Unterseite des Keils befinden sich gebogene Gummilinien, welche die Holz Textur imitieren. 

Der Strukturspachtel findet besonders auf großen Oberflächen Verwendung (Türen, Tische, Fenster). 

Auftrag Latexgrundierung

Trage die Latexgrundierung mit einem Kunsthaarpinsel auf. Die Trocknungszeit der Grundierung beträgt 1 Stunde. 

Holzschattierung 

Wähle eine Latexfarbe, welche 2 bis 3 Farbtöne dunkler ist. Mische diese in gleichen Teilen mit der Acryllasur. Nun vermischen Sie die beiden Farben miteinander. 

Diese Lasur wird nun mit einer 15 cm langen Rolle aufgetragen. 

Sobald die gesamte Oberfläche gestrichen worden ist, ziehe mit dem Strukturspachtel über die noch nasse Oberfläche. Setze den oberen Rand des Spachtels an den obersten Rand des Werkstücks und wiege ihn bis zum unteren Rand der Oberfläche. 

Um eine natürliche Maserung zu erhalten, ziehe einen Kamm herab. 

Wische das Werkzeug trocken und wiederhole nun den Vorgang. Nun ist Beeilung gefragt, denn die farbe sollte vor den Durchgängen nicht eintrocknen. Sollte die Struktur zu kräftig sein, so kann diese mit einem weichen Pinsel abgeschwächt werden. 

Schritt 5 Abschlussarbeiten

Löse nun das Malerkrepp von dem Werkstück. Achten Sie darauf, dass dieses gerade nach oben abgezogen wird. Keineswegs zur Seite hin, denn so könnten Splitter entstehen. Kleine Splitter können mit einem kleinen dünnen Pinsel ausgebessert werden. 

Die Farbe muss nun vollständig trocknen und aushärten. Das technische Beiblatt gibt über die Trocknungszeiten Auskunft. 

Anschließend versiegeln Sie die Oberfläche mit einer Latexfarbe. Dieser schützt diese und hebt die Holz Textur hervor. Nun gehen Sie mit einer Polyurethan- Lackierung über diese Schicht. Ebenso bietet sich ein Acryl- Versiegelungsmittel an. 

Versiegelungsmittel zum Aufsprühen eignen sich nur in gut durchlüfteten Räumen. 

Versiegelungsmittel können in mehreren Schritten aufgetragen werden, jedoch sollte  jeder Schicht vorher erst einmal trocknen. 

Für eine besondere Holz Textur verwende ein glänzendes oder edelmattierenden Versiegler. 

Die Lackierung muss vollkommen ausgehärtet sein. 

Holz Textur Bilder 

Holz Textur Bilder dienen als Dekorationen für Innenräume. Fototapeten, Bilder mit Holzmuster dabei auch in jpg Größe auf dem Standard Bild als Hintergrund Ihres Computers verwendet werden. Lizenzfreie Bilder können Sie auf den Websites pexels und unsplash erhalten. 

Die Holz Textur prägt das Erscheinungsbild eines jeden Holzstückes und ist entscheidend für die Optik eines Werkstückes. 

Insbesondere Szenen- oder Bühnenmaler beherrschen die Technik des Maserierens. Auf diese Weise können Holzflächen auf anderen Oberflächen imitiert werden.  

Was hat in diesem Beitrag gefehlt, was ihn besser gemacht hätte?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.