Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage: Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben? Du erfährst, was du beim Kauf eines Grundstücks beachten solltest und welche Fakten im Bebauungsplan niedergeschrieben sind. Welche Fragen solltest du dir vor dem Grundstückskauf stellen? Wir klären auf! 

Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

Wie lange ein Grundstück unbebaut bleiben darf, hängt vom Verkäufer ab. Wurde das Grundstück von einer Gemeinde gekauft, ist meist im Kaufvertrag eine Bebauungsfrist festgelegt. Diese Frist kann beispielsweise 3 Jahre dauern. Innerhalb dieser gesetzten Frist muss mit dem Bau des Grundstückes begonnen werden. Wenn das Grundstück jedoch innerhalb dieser gesetzten Frist noch unbebaut bleibt, kann beispielsweise die Gemeinde das Grundstück zurückverlangen. 

Kauf eines Grundstücks 

Oh je, der Wunsch nach einem grundstück ist so groß, doch eine wirklich passende Fläche zu finden, stellt sich als sehr schwierig heraus. Die Auswahl des richtigen Grundstückes solltest ganz genau durchdacht werden. 

Diese Punkte sollten vor dem Kauf des Grundstückes beachtet werden: 

Nutzung und Größe der Fläche

Im Vorab solltest du klären, ob die gewünschte Nutzung auch mit den Maßen des Grundstückes vereinbart werden kann. Ist genügend Platz für Haus und Garten? 

Beachte die Grenzbebauung, denn jedes Gebäude benötigt einen gewissen Mindestabstand zur Grundstücksgrenze. Der Abstand ist abhängig von der Größe des Gebäudes und sollte mindestens 3 Meter betragen. 

Lage 

Die Umgebung und die Lage der Grundstücks sind ausschlaggebend. Diese Faktoren sind dabei wichtig: 

  • Verkehrsanbindung 
  • Infrastruktur
  • Nähe zum Arbeitsplatz 
  • Einkaufsmöglichkeiten 
  • Geruchsbelästigung
  • Lärmquelle 

Beschaffenheit 

Die Beschaffenheit und die Neigung der Fläche kann sich auf die Dauer des Bauphase auswirken sowie auf die Möglichkeiten der Gestaltung. Je nach Hanglage können die Grundstücke unterschiedlich bebaut werden. 

Wie ist die Beschaffenheit des Bodens? Ist es demnach möglich einen Keller zu bauen? Denn gerade der Bau eines Kellers lässt sich schwer bei steinigem Boden durchführen. Ein Bodengutachten lässt dich von bösen Überraschungen fern. So kann beispielsweise die Beschaffenheit des Bodens sowie die Tragfähigkeit, aber auch der Grundwasserspiegel begutachtet werden. 

Altlasten 

Altlasten hört sich ziemlich lästig an und ja, das sind sie auch! Einige Grundstücke weisen Altlasten auf, welche zum einen alte Gebäude, wie beispielsweise Schuppen oder auch Industriegebäude aufweisen. Diese Gebäude müssen für hohe kosten abgerissen werden. Zum anderen kann der Boden stark durch Chemikalien, Öl oder auch Schrott verunreinigt sein. Das zuständige Bauamt und auch das Altlastenkataster können über die Verunreinigung des Bodens Auskunft geben. 

Die Erschließung 

Als Erschließung wird der Anschluss an folgende Bereiche bezeichnet: 

  • Kanalisation 
  • Wasserversorgung
  • Energieversorgung 
  • Kabel
  • Telefon 

Ist ein Grundstück noch nicht angeschlossen, so kann man für den Anschluss mit mehreren tausend Euro rechnen. Ebenso kann das Anschließen den Bauprozess sehr verzögern. 

Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

Der Bebauungsplan 

Der Bebauungsplan kann bei dem zuständigen Bauaufsichtsamt eingesehen werden. Im Bebauungsplan stehen Daten, die über die baulichen Vorgaben Auskunft geben. 

Vorgaben im Bebauungsplan

Diese Vorgaben werden gemacht: 

  1. Baulinien und Baugrenzen 
  2. Grundflächenzahl (GRZ) 
  3. Anzahl der Geschosse
  4. Geschossflächenzahl (GFZ) 
  5. Bauweise
  6. Dachneigung 

Baulinien und Baugrenzen

Die Baulinie bestimmt, wo mindestens eine Gebäudeseite errichtet wird. Des weiteren geben die Baugrenzen an, in welchem Bereich das Gebäude stehen muss. 

Grundflächenzahl 

Die Grundflächenzahl gibt in Prozent an, welcher Anteil des Grundstücks bebaut werden darf. Beträgt beispielsweise die Grundflächenzahl 0,4, so bedeutet das, dass maximal 40 % der Gesamtfläche bebaut werden dürfen. Der Rest der Fläche kann zum einen als Garten verwendet werden. 

Anzahl der Geschosse 

Die Anzahl der Geschosse drückt sich meist in einer römischen Ziffer aus. Die Ziffer gibt darüber Auskunft, wie hoch die Anzahl der Vollgeschosse sein wird. Wenn die Zahl umrandet ist, dann ist die Anzahl sogar verbindlich. Das Dachgeschoss zählt nicht als Vollgeschoss. 

Geschossflächenzahl 

Die Geschossflächenzahl gibt die gesamte Wohnfläche an. Sie setzt sich zusammen aus der Anzahl der Geschosse sowie der Grundflächenzahl. 

Diese Zahl drückt den prozentualen Anteil zwischen der Größe des Grundstücks und der Fläche in m2 der Vollgeschosse aus. Beträgt diese Zahl 0,2, so kann man davon ausgehen, dass 20 % der Grundstücksfläche als Wohnfläche genutzt werden darf. 

Bauweise

Die Bauweise legt fest, welche Haustypen auf der Grundstücksfläche gebaut werden dürfen. 

Diese Bauweisen können unterschieden werden: 

  • Einfamilienhaus
  • Doppelhaus
  • Reihenhaus 
  • Offene Bauweise
  • Geschlossene Bauweise  (Seitenwände berühren sich) 

Dachneigung

Im Bebauungsplan wird aufgeführt, welche Dachformen sowie welche Dachneigungen zulässig sind. 

Kaufvertrag 

Du solltest nichts überstürzen! Klar, am liebsten würden man den Kaufvertrag sofort unterschreiben wollen, aber prüfen ihn erst einmal! 

Diese Punkte solltest du dir während des Lesens durch den Kopf gehen lassen: 

  1. Wurden die neuen Eigentumsverhältnisse im Vertrag neu formuliert und festgehalten?
  2. Ist das Grundstück bebaut oder unbebaut und wurde es im Kaufvertrag festgehalten?
  3. Stimmt der vereinbarte Kaufpreis? 
  4. Sind die wichtigsten Daten korrekt? 
  5. Stimmen die Belastungen auch mit dem Grundbucheintrag überein? 
  6. Hat ein Notar den Kaufvertrag bekundet? 
  7. Wurde eine Auflassungsvormerkung im Grundbuch eingetragen? Diese Auflassungsvormerkung verhindert, dass es dem Verkäufer erlaubt ist, das Grundstück vor der Übereignung an andere zu verkaufen oder zu belasten. 
Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

FAQ-häufig gestellte Fragen

Wie schnell muss ein Grundstück bebaut werden?

Wie schnell ein Grundstück bebaut werden muss, ist im Kaufvertrag geregelt. Allgemein lässt sich sagen, dass das Grundstück auch erst einige Jahre nach dem Erwerb bebaut werden darf. Wenn der Kaufvertrag jedoch eine Bebauungsverpflichtung enthält, so sollte sie unbedingt eingehalten werden. Ansonsten könnte der Kaufvertrag nachträglich unwirksam gemacht werden. 

Wann besteht Bauzwang?

Wann Bauzwang besteht, wird im Kaufvertrag festgelegt. Bauzwang bedeutet, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Gebäude auf dem Grundstück errichtet werden muss. 

Wann sollte man ein Grundstück kaufen?

Wann man ein Grundstück kaufen sollte ist von den eigenen Zukunftsplänen abhängig. Bevor du ein Grundstück kaufen möchtest, kannst du dir diese Fragen durch den Kopf gehen lassen: 

1) Kann ich es mir vorstellen, in den nächsten Jahren an ein Haus gebunden zu sein? 
2) Wie viel Eigenkapital bringe ich mit? 
3) Bin ich kreditwürdig? 
4) Bin ich in einem festen Arbeitsverhältnis und kann demnach den Kredit abbezahlen? 

Es ist zu empfehlen ein Grundstück zu kaufen, welches bereits angeschlossen ist:

– Wasser
– Telefon 
– Internet 
– Abwasser
– Wasser

Was muss ich bei einem Grundstückskauf beachten?

Das solltest du beim Grundstückskauf beachten: 

1) Spätere Baukosten im Blick behalten 
2) Vergleiche den Grundstückspreis mit den Preisen aus der Umgebung. Es kann passieren, dass man zu viel zahlen soll 
3) Achte auf die Lage des Grundstücks. 
– Infrastruktur
– Anbindung 
– Weg zur Arbeit 
– Einkaufsmöglichkeiten 
– Wie soll deine Umgebung gestaltet sein? 
4) Hole behördliche Informationen ein
– Überprüfung des Bebauungsplans 
– Altalstenkataster
– Überprüfung des Grundbuchs 
5) Welche Baunebenkosten ergeben sich? 
– Kosten für Notar 
– Grunderwerbsteuer 

Welche Fragen sollte man beim Grundstückskauf stellen?

Diese Fragen sollte man beim Grundstückskauf stellen: 

1) Wie ist die Bodenbeschaffenheit? 
2) Wie sieht es mit der Tragfähigkeit aus? 
3) Wurde bereits ein Bodengutachten oder eine Bodenanalyse erstellt? 
4) Anbindung an Infrastruktur 
5) Was darf gebaut werden und darf das Grundstück überhaupt bebaut werden? 
6) Könnten Kosten für Erschließungsmaßnahmen entstehen? 
7) Gibt es Altlasten? 
8) Wann darf die Bebauung starten? 
10) Welche Art hat das Baugebiet? (Wohngebiet, Gewerbegebiet, Mischgebiet,etc.)
11) Welche Dachform ist vorgeschrieben? 
12) Welche Grenzabstände gibt es? 
13) Wer hat die Vollmacht? 
14) Wer wird als Eigentümer ist das Grundbuch eingetragen? 
15) Sind Grundschulden in das Grundbuch eingetragen? 
16) Welche Kosten entstehen für den Makler? 

Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben?

Dieser Artikel beschäftigte sich mit der Frage: Wie lange darf ein Grundstück unbebaut bleiben? Du hast erfahren, was du beim Kauf eines Grundstücks beachten solltest und welche Fakten im Bebauungsplan niedergeschrieben sind. Welche Fragen solltest du dir vor dem Grundstückskauf stellen? Wir haben aufgeklärt!

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