Holz vor dem Schleifen nass machen 

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Thema: Holz vor dem Schleifen nass machen. Du erfährst, wieso das Wässern des Holzes in vielen Fällen notwendig ist und was du beim Schleifen beachten solltest. Kann man ohne Schleifen lackieren? Wir klären auf!

Holz vor dem Schleifen nass machen 

Holz sollte gewässert werden, wenn…

  1. es mit Beize behandelt wird 
  2. es mit Wasserlack behandelt wird 

Es ist wichtig, das Holz zu wässern, bevor die Oberfläche mit wässrigen Substanzen (z.B. Beizen oder Lacken) überzogen wird. 

Was passiert, wenn nicht gewässert wird? 

Wenn die Oberfläche vor dem Beizen oder Lackieren nicht gewässert wird, dann stellen sich die Holzfasern während sowie nach dem Auftrag hoch. Die Oberfläche ist nun wieder rau. Ebenso können die Farbstoffe nicht gleichmäßig in das Holz einziehen, wodurch es zu einer Fleckenbildung kommen kann. 

In Kürze: 

Wenn das Holz vorher nicht gewässert wird, dann …

  1. quellen die Holzfasern nach dem Auftrag der wässrigen Beschichtung auf 
  2. die Oberfläche wird rau 
  3. Farbstoffe können nur unregelmäßig aufgenommen werden 

Vorteile des Wässerns

Diese Vorteile ergeben sich beim Wässern: 

  • Staubpartikel werden aus den Holzporen gewaschen 
  • Holzfasern stellen sich auf, werden abgeschliffen und nun ist die Oberfläche sehr glatt 
  • Oberfläche bleibt auch nach der wässrigen Beschichtung glatt 
  • Druckstellen werden wieder ausgeglichen 

Vermeide, dass die Holzfasern durch das Putzen und Schleifen niedergedrückt werden! 

Durch die Verwendung von scharfem Werkzeug sowie scharfem Schleifpapier, kannst du das Niederdrücken der Holzfasern umgehen. 

Schleifpapier wird als scharf bezeichnet, wenn die Körnung noch nicht mit Schleifstaub oder Lackresten zugesetzt ist. Ist das Schleifpapier ganz neu, dann ist es i. d. R. auch sehr scharf. 

Wichtige Hinweise 

Diese Hinweise sollten beim Wässern beachtet werden: 

  1. Das Wasser sollte rein sein
  2. Verwende warmes Wasser 
  3. Der Auftrag kann mit einem Schwamm erfolgen 
  4. Dieser Zusatz erhöht die Wirkung: 

5g Kernseife pro Liter sowie 5-10% Ammoniak 

Durch diese Zugaben wird die Holzoberfläche zugleich gereinigt und entharzt. Letzteres ist bei Nadelhölzern wichtig. 

  1. Kein Ammoniak bei gerbstoffhaltigen Hölzern verwenden! (Bsp.: Eiche) 

Es könnte zu Verfärbung kommen. 

  1. Nachdem das Holz gewässert worden ist, muss es gut durchtrocknen 
  2. Anschließend wird die Oberfläche mit scharfem sowie feinkörnigem Schleifpapier geschliffen. 
  3. Gegen die Holzfasern sowie längs zur Faser schleifen 
  4. Holzporen ausbürsten und Oberfläche absaugen (entstauben) 
  5. Gebleichte Flächen müssen nicht mehr gewässert werden, da in der Bleiche Wasser enthalten ist. Beim Auftrag des Bleichmittels hat das Wasser dafür gesorgt, dass die Holzfasern aufquellen 

Holz nach dem Wässern schleifen 

Nachdem das Holz gewässert worden ist, stellen sich die Holzfasern auf. Daher solltest du beim Schleifen unbedingt beachten: 

  • nicht viel Druck ausüben
  • in Faserrichtung schleifen 
  • nur scharfes Schleifpapier verwenden 
  • Schleifpapier sollte feinkörnig sein (z.B. P220) 

Wenn zu viel Druck ausgeübt wird, dann werden die Holzfasern wieder niedergedrückt sowie können Brandflecken entstehen. 

Schleifregeln

  • Verwende eisenfreies Schleifpapier, denn dieses könnte dunkle Flecken auf der Holzoberfläche verursachen 
  • Verwende für den letzten Schliff sehr feines Schleifpapier, denn dann wird das Ergebnis der Oberflächenbehandlung besser und glatt 
  • Achte darauf, dass das Schleifpapier frei von Metallpartikeln ist, da sie dunkle Flecken verursachen könnten 
  • Schleife in Richtung des Faserverlaufes. Das ist besonders wichtig, wenn die Maserung auch nach der Beschichtung zu sehen ist. Durch das Schleifen quer zur Faser, entstehen Schleifriefen, welche später zu sehen wären. 

Persönliche Schutzausrüstung

Beachte!

  • Trage deine persönliche Schutzausrüstung! 
  • Beim Erhitzen des Lackes werden chemische Stoffe freigesetzt, welche deine Gesundheit gefährden könnten. Deshalb legen wir dir nahe, Schutzausrüstung zu tragen: 
Schutzausrüstung Wieso? 
Gummi- oder PVC-HandschuheHandschuhe schützen die Haut vor ätzenden Chemikalien. 
Hautschutzmittel Sprühnebel verteilt sich in der Luft und kann sich auf der Haut niederlassen. Ebenso eignen sich: Hautreinigungsmittel Hautpflegemittel 
Schutzbrille Gut wäre es, wenn die Schutzbrille einen Seitenschutz besitzt. Anstatt der Brille kannst du natürlich auch das gesamte Gesicht mit einem Gesichtsschutzschild schützen. Besonders die Augen sollten vor Chemikalien und Lacknebel abgedeckt werden. 
Atemschutzmaske Atemschutzmasken schützen die Atemwege vor Staub und Lackteilchen. Die Atemschutzmaske sollte einen Partikelfilter besitzen. 
Gummischürze Durch die Gummischürze wird die Kleidung abgedeckt und kann demnach keinen Lacknebel aufnehmen. 
Gehörschutz Beim Lack sprühen wird meist ein Kompressor verwendet, welcher sehr laut ist. Um dich vor diesem Geräuschpegel zu schützen 

Werkzeug- und Materialliste

Material und Werkzeug Erklärung 
Schwamm Der Schwamm wird mit Wasser getränkt. Anschließend das Holz angefeuchtet.  
SchleifpapierKörnung P120 P180P280
Schleifmaschine Nach dem Wässern sowie nach jedem Lackanstrich muss die Oberfläche angeschliffen werden. 
IndustriestaubsaugerIm Handwerk gilt: Wird mit Handbearbeitungsmaschinen gearbeitet, so müssen diese abgesaugt werden. Deshalb benötigst du unbedingt einen Industriestaubsauger, welcher an die Schleifmaschine geschlossen wird. Auf diese Weise wird der Holzstaub gleich aufgefangen und kann somit nicht deiner Gesundheit gefährden. 
Böcke Auf die Böcke wird das Holzwerkstück gelegt. Nun kannst im Stand das Holz lackieren. Diese Arbeitshöhe schont den Rücken. 

Anleitung: Holz schleifen 

SchrittBeschreibung 
VorbereitungEntferne alle Metallzubehör, Nägel, Schrauben etc. Funken könnten entstehen, welche sich mit dem Schleifstaub entzünden. Ebenso kann sich das Schleifpapier an diesen aufhängen und anschließend reißen. Das Werkstück wird entweder auf die Werkbank oder auf den Arbeitsböcken fixiert oder eingespannt. Hierfür eignen sich Schraubstöcke, Zwingen oder Klemmen.
GrobschliffBeim Grobschliff gilt es darauf zu achten, dass die Schleifmaschine stetig in Bewegung bleibt. Bleibt die Schleifmaschine jedoch auf einer Stelle, so würde sie dort zu viel Material abtragen. Daher sollten die Bewegungen gleichmäßig sein. 
Für den Grobschliff wird eine Körnung P 16-60 verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Schleifrichtung parallel zur Maserung verläuft. Uebe nur leichten Druck aus. So wird verhindert, dass sich Hitze oder Dellen im Holz entstehen. Beim Grobschliff des Holz schleifens nimmt das Schleifpapier viel Abrieb (alte Farbreste, etc.) auf. Wechsel das Schleifpapier regelmäßig, da dieser Abrieb die Oberfläche zerkratzen könnte.  
VorschliffDer Vorschliff erfolgt mit einer Körnung P 60-120 und ist nötig bei gehobelten und gefrästen Vollholzfächen sowie bei furnierten Oberflächen.
Das Wässern erfolgt nach dem Vorschliff. Durch das Wässern werden die beim Schleifen eingedrückten Holzfasern aufgerichtet. Zudem werden Druckstellen “aufgequollen” und die mit Schleifstaub verschmutzten Poren gesäubert. 
Das Wässern erfolgt mit warmem Wasser und wird mit einem Schwamm oder Tuch nass auf die Holzoberfläche aufgetragen. Ein möglicher Wasserüberschuss wird anschließend mit dem ausgewrungenen Schwamm abgneommen. Damit sich das Holz nicht wirft, sollte Vorder- und Rückseite gewässert werden
ZwischenschliffDer Zwischenschliff wird mit einer Körnung P 120-220 bewerkstelligt. Die durch das Wässern aufgestellte Fasern werden geglättet. Schleife quer zur Faser und übe wenig Druck aus. Anschließend wird der Holzstaub entfernt und ggf. wird nun die Holzoberfläche grundiert. 
FeinschliffDer Feinschliff erfolgt mit der Körnung P 280-600. Es werden nun grundierte und zwischenlackierte Flächen geschliffen. Um eine optimal glatte Oberfläche beim Holz schleifen zu schaffen, wird parallel zur Faser mit leichtem Druck geschliffen.  Sauge die Holzoberfläche kontinuierlich und wische sie mit einem sauberen und trockenem Lappen ab. 

FAQ-häufig gestellte Fragen 

Kann man ohne Schleifen lackieren? 

Holz sollte man nicht ohne Schleifen lackieren, da das Ergebnis nicht glatt und ebenmäßig werden wird. Durch das Schleifen werden raue Holzfasern entfernt, sodass die neue Lackfarbe nicht “hängenbleibt”, sondern gleichmäßig in das Holz eindringen wird. Befindet sich schon eine Beschichtung, wie beispielsweise eine alte Lackschicht auf dem Holz, so sollte diese unbedingt abgeschliffen werden. Dadurch wird sie rau, weshalb der neue Lack besser haften kann. Erst dann bildet die neue Lackschicht mit der neuen eine homogene, in sich geschlossene Beschichtung und ist somit vor Witterung, Schädlingen sowie UV-Strahlung geschützt. 

Wie kann man lackiertes Holz überstreichen? 

Lackiertes Holz kann man überstreichen, indem man es vorher anschleift, damit der neue Lack besser auf der Oberfläche haftet. Erst dann ist das Holz vor Witterung, Schädlingen, UV-Strahlung und Verschmutzungen geschützt. Verwende Schleifpapier mit der Körnung P180, um Unebenheiten oder Verschmutzungen zu beseitigen. Anschließend wird das Holz gewässert, damit die Poren aufnahmebereit sind und die Holzfasern aufstellen. Nun wird die Holzoberfläche geschliffen und der Lack aufgetragen. Trage den Lack in mindestens 2 Schichten auf, sodass dieser deckend wirkt. Bist du noch immer nicht mit dem Ergebnis zufrieden, dann ist eine 3. Schicht auch möglich. 

Kann man lackiertes Holz einfach überstreichen? 

Nein, lackiertes Holz sollte man nicht einfach überstreichen, da der neue Lack nicht ausreichend auf der alten Beschichtung haften bleibt. Du kannst es natürlich tun, jedoch wird es sicherlich passieren, dass sich die neue Lackschicht mit der Zeit löst. Wir empfehlen, das Holz vor der neuen Lackierung anzuschleifen, da auf diese Weise der alte Lack angeraut wird und der neue Lack besser haften wird. Wenn die Oberfläche des Holzes nicht geschliffen werden soll, dann sollte sie wenigstens entfettet werden. Dazu kannst du entweder Spülmittel, Terpentinersatz oder Essig verwenden. 

Welche Farbe ohne Schleifen? 

Im Grunde genommen können alle Holzfarben verwendet werden, auch wenn du die Oberfläche vorher nicht anschleifen möchtest. Wir raten jedoch, das Holz vor dem Farbauftrag zu schleifen, damit das Ergebnis glatt und ebenmäßig wird. Durch das Schleifen werden raue Holzfasern entfernt, sodass die neue Lackfarbe nicht “hängenbleibt”, sondern gleichmäßig in das Holz eindringen wird. Befindet sich schon eine Beschichtung, wie beispielsweise eine alte Lackschicht auf dem Holz, so sollte diese unbedingt abgeschliffen werden. Dadurch wird sie rau, weshalb der neue Lack besser haften kann. Erst dann bildet die neue Lackschicht mit der neuen eine homogene, in sich geschlossene Beschichtung und ist somit vor Witterung, Schädlingen sowie UV-Strahlung geschützt. 

Dieser Artikel beschäftigte sich mit dem Thema: Holz vor dem Schleifen nass machen. Du hast erfahren, wieso das Wässern des Holzes in vielen Fällen notwendig ist und was du beim Schleifen beachten solltest. Kann man ohne Schleifen lackieren? Wir haben aufgeklärt!

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