Die Baustelle (7 wichtige Fakten)

Die Baustelle. Stau auf der Autobahn. Ein Umweg mit dem Auto und das auch noch für die nächsten Monate… Morgens um 6 Uhr aus dem Schlaf gerissen werden.

Dieser Artikel beschäftigt sich ausführlich mit den Baustellen. Wir klären auf! 

Die Baustelle (7 wichtige Fakten)

Was ist eine Baustelle? 

Eine Baustelle bezeichnet einen Ort oder eine Stelle, an dem etwas neues errichtet (Bsp.: ein neues Gebäude), etwas renoviert, umgebaut oder abgerissen wird. 

Das gesamte Gelände der Baustelle umfasst die Fläche, welche das Bauprojekt einnimmt und setzt sich zudem aus den Flächen zusammen, welche bauzeitlich für die Baustelleneinrichtung genutzt werden. Das gesamte Gelände wird als Baufeld bezeichnet. Mit zu erwähnen sind hierbei auch die Massnahmen für die Baustellen- Umfahrung der Verkehrsteilnehmer sowie die Baustellen- Umgehungen des Fußverkehrs.

Immobilien, sprich neue Bauwerke werden i.d.R direkt auf dem Baufeld errichtet, wo sie auch später stehen werden. Somit befindet sich die Baustelle am Standort des zukünftiges Bauwerkes.  

Großbaustellen werden in mehrere Bauabschnitte bzw. Baulose eingeteilt.

Unterschieden werden Bauwerke des: 

  • Verkehrsbaus
  • Straßen- und Wegebaus
  • Verkehrsplanung
  • Luftverkehr
  • Verkehrswasserbaus
  • Eisenbahnbau und Gleistechnik
  • Städtebaus
  • Hochbaus
  • Tiefbaus 
  • Wasserbaues 
Die Baustelle (7 wichtige Fakten)

Eigenschaften einer Baustelle

  • vorübergehend 
  • vom Auftraggeber vorgegeben
  • Hilfe durch: Arbeitskräfte, Maschinen, Baustoffe  
  • zum Einsatz kommen: Maschinentechnik und manuelle Handwerksarbeit
  • bieten beschäftigten Personen Gefahren (daher: Sicherheits- und Gesundheitsschutz beachten!) 
  • potentielle Gefährdung der Verkehrsteilnehmer (durch unsachgemäße Baustelleneinrichtung)

Synonyme

  • Bauprojekt
  • Bauvorhaben
  • Produktionsstätte 

Arbeitsschutz Baustelle 

Von grosser Wichtigkeit ist es, die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeiter auf der Baustelle zu wahren.

Bei einem Bauvorhaben sollte sich an diese rechtlichen Grundlagen gehalten werden: 

  • Baustellenverordnung (BaustellV)
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) 
  • Verkehrssicherungspflicht 

Diese 4 Regeln gelten: 

  1. Die Arbeitsabläufe müssen im Sinne der Arbeitssicherheit konzipiert sein. 
  2. Falls vorausgesetzt und notwendig, ist das Tragen einer Schutzausrüstung Pflicht und muss bereitgestellt werden. 
  3. Alle Arbeitsmittel müssen entsprechend der Arbeitssicherheit funktionieren.
  4. Die Arbeitsstätte sollte sicher sein. 
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Baustellenverordnung

Laut §3 regelt und organisiert der Bauherr das Zusammenarbeiten mehrerer Firmen und Subunternehmer. Es besteht die Möglichkeit, dass der Bauherr die Verantwortung der Planung an einen Baukoordinator abgeben kann (§4 BaustellV). 

Arbeitsschutzgesetz

Wird die Arbeitsstätte geplant, so sind die Bestimmungen nach §4 des ArbSchG zu beachten. Demnach ist der Bauherr dazu verpflichtet, dass die auszuführenden Arbeiten nicht die Sicherheit der Arbeiter gefährden und somit keine Unfälle passieren. Demnach muss der Bauherr dafür sorgen, dass alle Arbeitnehmer die Sicherheitsregeln verstehen und ausreichend informiert werden.

Kommt der Bauherr diesen Bestimmungen nicht oder nur teils nach, so ist dies eine Ordnungswidrigkeit und es droht ein Bußgeld. Wenn es zu einem Unfall kommt und der Bauarbeiter sich verletzt, so macht sich der Bauherr nach §26 des ArbSchG strafbar. 

Der Bauherr kann für die Baumaßnahmen eine Baufirma beauftragen. Diese Baufirma verpflichtet sich dann dem Arbeitsschutzgesetz.

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Arbeitsstättenverordnung

Der Arbeitgeber regelt und ist verantwortlich für: 

  • Flucht- und Rettungswege 
  • vollständiger Erste- Hilfe- Kasten 

Wird dieser Pflicht nicht nachgekommen, so kann ein Bußgeld in Höhe von 200 bis 5000 € folgen. 

Tagesunterkünfte 

Wenn die Arbeiter länger als eine Woche oder mehr als 20 Tage lange bei einem Bauvorhaben beschäftigt sind, ist der Bauherr dazu verpflichtet, Platz für Pausenräume zu schaffen. Diese Pausenräume dienen der Erholung. Häufig werden Baustellenwagen oder auch Container verwendet. 

Baustellenplan

Der Baustellenplan gibt darüber Auskunft wo folgende Dinge zu finden sind: 

  • Lager der Maschinen
  • Standorte der Anschlüsse
  • Lager von Baumaterial und Bauschutt
  • Ort der Tagesunterkünfte
  • Ort der sanitären Anlagen 
  • ggf. Bürocontainer
  • Baustraßen 

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Verkehrssicherungspflicht

Die Verkehrssicherungspflicht ist für alle Personen verpflichtet, welche die Baustelle betreten. Dazu gehören: 

  • Handwerker
  • Bauarbeiter
  • Leiharbeiter 
  • Zulieferer

Die Verkehrssicherungspflicht kann ebenso an die ausführenden Baufirma abgetreten werden. Jedoch besteht die Aufsichtspflicht weiterhin für den Bauherrn. 

Der Bauherr ist demzufolge dazu verpflichtet einzugreifen, wenn Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle nicht eingehalten werden. Der Bauherr sollte regelmäßig über die Absicherungen informieren. 

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Planung der Baustelle

Sobald die Baugenehmigung unterzeichnet worden ist, kann der Bauherr nun die Baustelle planen und organisieren. Der Umfang dieser Organisation ist abhangig von: 

  • Größe der Bauprojektes
    • in Abhängigkeit von der Grösse des Bauprojektes muss die Baustelle angekündigt werden (§2 BaustellV)
    • Die Ankündigung muss für alle sichtbar und vor der Witterung geschützt sein 
    • Reicht die Größe des Grundstückes nicht für alle benötigten Utensilien aus, kann der Bauherr beantragen, Gehwege oder Straßen mit zu benutzen. Bei dem Strassenverkehrsamt ist dann eine Sondernutzungserlaubnis zu beantragen. 
  • Konstruktion und Art des Bauprojektes
  • Bauzeit
  • Witterung
  • Lokale Einflüsse (z.B. Form des Geländes, Nachbarbebauung, etc.)
  • Innerbetriebliche Einflüsse (z.B. Verfügbarkeit der Baugeräte)
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Vorbereitung der Baustelle

  • Baugenehmigung einholen
  • fachgerechte Entsorgung von Altlasten (z.B. Chemikalien, giftige Substanzen, kontaminiertes Material) 
  • Abklärung von Nutzungsmöglichkeiten von Stromanschluss und Wasseranschluss; ggf. beantragen 
  • Einrichten von Zufahrtsmöglichkeiten für Baufahrzeuge 

Die Vermesser stecken alle wichtige Punkte auf dem Grundstück ab. 

Der Bauherr sorgt für Absicherung:  

  • Bauzaun
  • Gewässerschutz
  • Baumschutz
  • Leitplanken
  • Beleuchtung
  • Leitungsschutz
  • Nachbarschaftsschutz
  • Brandschutz
  • Witterungsschutz
  • Bodenschutz

Ratsam ist es, diese wichtigen Telefonnummern zu hinterlegen: 

  • Notarzt
  • Polizei
  • Feuerwehr
  • Stromversorger
  • Wasserversorger
  • Gasversorger

An den Bauzäunen sollten Schilder hängen, welche darauf hinweisen, dass es sich um eine Baustelle handelt und dass das Betreten verboten ist. 

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Baustellenschild

Ist auf dem Baustellenschild mittig ein roter Punkt zu finden, so handelt es sich um ein Bauprojekts, welches eine Genehmigung verlangt. 

Die Baustelle (7 wichtige Fakten)
Quelle: Redaktion im Ministerium für Inneres und Kommunales NRW

Es handelt sich um ein genehmigungsfreies Bauvorhaben, wenn sich mittig des Baustellenschildes ein grüner Punkt befindet. 

Die Baustelle (7 wichtige Fakten)
Quelle: Redaktion im Ministerium für Inneres und Kommunales NRW

Angabe Baustellenschild: 

Diese Angaben sind auf Baustellenschilder enthalten:

  • genaue Bezeichnung des Bauvorhabens
  • Entwurfsverfasser
  • Name Bauherr 
  • Bauleitung
  • Statiker
  • Unternehmer des Rohbaus
  • Bauschein 

Versicherungsschutz des Bauherrn

Diese Versicherungen sind von Wichtigkeit: 

  • Bauherrenhaftpflichtversicherung
  • Finanzielle Absicherung, falls es zu Unfällen auf seiner Baustelle kommt
  • Feuerrohbauversicherung
  • Gegen Brand und Blitzeinschlag 
  • Bauleistungsversicherung
  • Schutz vor Schäden durch Unwetter, Vandalismus, Materialfehler
  • Bauhelferunfallversicherung
  • falls private Helfer 

Private Helfer sind innerhalb einer Woche bei der Bau- Berufsgenossenschaft anzumelden. Falls der Bauherr dies nicht tut und es zu einem Unfall kommt, kann ein Bußgeld in Höhe von 10.000 € folgen. 

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News

01.05.2020. Ein Kranausleger stürzt in Frankfurt am Main auf ein Hochhaus! War der Kran nicht ausreichend gesichert? Der Kranausleger stürzte aus einer Höhe von 30 Metern, jedoch wurden zum Glück keine Menschen verletzt. Die Bauarbeiten waren aber zu dieser Uhrzeit schon beendet worden. Demnach stellt sich die Frage, wie der Ausleger abstürzen konnte. 

29.April 2020. In Berlin Charlottenburg wurde eine tote Frau auf der Baustelle (in Franklinstrasse  in der Nähe der Gotzkowskybrücke) entdeckt. Ob es sich um Selbstmord handelt, wird noch von der Polizei und Spurensicherung geklärt. 

Die Autobahn- Baustelle auf der A20 bei Tribsees soll ab Ende des Jahres 2021 wieder vierspurig verlaufen. Die Baustelle wurde am 27.10.2017 begonnen. Mit einer erhofften Fertigstellung der Sanierungsarbeiten soll Ende 2023 gerechnet werden. 

Die Baustelle (7 wichtige Fakten)

FAQ- häufig gestellte Fragen

Wer muss Baustelle sichern?

Der Bauherr ist dazu verpflichtet die Baustelle abzusichern. So wird die Baustelle abgesichert: 
– Bauzaun
– Leitplanken
– Gewässerschutz
– Baumschutz
– Beleuchtung
– Leitungsschutz
– Nachbarschaftsschutz
– Brandschutz
– Witterungsschutz
– Bodenschutz

Was braucht man für eine Baustelle?

Für eine Baustelle braucht man: 
– Genehmigungen
– Leistungsnachweise
– Pläne
– Baubeschreibung
– Verträge + Vertragsbedingungen
– Sicherheitskonzept

Was versteht man unter Baustelleneinrichtung?

Unter der Baustelleneinrichtung (Abk.: BE) versteht man eine Produktionsstätte, welche für eine gewisse Zeit besteht und auf der die Bauleistungen ausgeführt werden. In der Baustelleneinrichtung ist der Standort der Baumaßnahme und die damit abhängigen Bautechnologien und Versorgungsbedingungen formuliert.   

Wer darf eine Baustelle betreten?

 Diese Personen dürfen eine Baustelle betreten: 
– Bauarbeiter
– Handwerker
– Leiharbeiter
– Zulieferer 

Wie sichere ich eine Baustelle ab?

So sicherst du eine Baustelle ab: 
– Warnschilder, Baustellenschild
– Absperrgitter
– Gruben mit Bauzäunen
– Wände/ Grabenbrüchen mit Schrägstützen
– Gerüstböcke
– Gerüstständer
– Leitkegel
– Warnleuchten

Wer zahlt Bautoilette?

Das zuständige Bauunternehmen zahlt die Bautoilette. Wird für den Bau des Projektes keine Firma delegiert, so zahlt der Bauherr.

Welche Rechte hat der Bauherr?

Diese Rechte hat der Bauherr: 
– es gelten die Rechte der VOB 
– auf Einhaltung von Terminen bestehen
– Überwachung der Baumaßnahmen (Zutritt zur gesamten Baustelle)
– Bemängeln von Schäden, nicht sachgemäßes sowie nicht vereinbartes Bauen
– Einbehalten eines Teils der Bausumme als Sicherheit (während Gewährungleistungsfrist)
– Erhaltung eines schriftlichen Protokolls bei Endabnahme
– Bestehen auf Beseitigung von Abweichungen (mit Fristsetzung)
– Betreten der Baustelle
– Kontrollieren der Arbeiten
– Schadensersatzanspruch gegenüber Baufirma
– Baufirma verantwortlich für Schutz der Baustelle, Diebstähle, Beschädigungen, Arbeitsmaterialien; für Ordnung sorgen 
Bauherr trägt Schuld für Behinderung des Baus, wenn selbst dafür verantwortlich 
– Recht, dass Baustelle ohne Sachmängel ausgeführt wird 
– Verweigerung der Abnahme bis Beseitigung der Mängel
– über VOB informiert zu werden 
– Bezahlen von tatsächlich geforderten und vereinbarten Leistungen (Beweispflicht bei Baufirma)

Wann muss ein Baustellenschild aufgestellt werden?

Das Baustellenschild muss unverzüglich mit dem Beginn der Baustelleneinrichtung aufgestellt werden und muss für die gesamte Dauer der Baustelle öffentlich sichtbar sein. Das Baustellenschild wird zusammen mit der Baugenehmigung ausgehändigt und hat die Größe eine A4- Blattes. 

Ist eine Toilette auf einer Baustelle Pflicht?

Eine Toilette auf einer Baustelle ist Pflicht. Es muss auf jeder Baustelle mindestens eine abschließbare Toilette aufzufinden sein. Misst eine Baustelle mehr als 15 Arbeiter, welche länger als 2 Wochen beschäftigt werden, so müssen genügend Toiletten, Bedürfnisstände sowie Waschgelegenheiten zur Verfügung gestellt werden. Angaben über Toiletten auf der Baustelle werden im ArbStättV § 48 geregelt. 

Wann muss eine Bautafel aufgestellt werden?

Eine Bautafel muss immer bei einer Baustelle aufgestellt werden. Diese Bautafel muss über die gesamte Zeit des Bauvorhabens gut und öffentlich sichtbar angebracht sein. Das Aufstellen der Bautafel beginnt mit dem Einrichten der Baustelle und kann wieder nach Beendigung des Bauvorhabens abgenommen werden. Die Bautafel hat mittag entweder einen roten oder einen grünen Punkt. 

Wann muss ein Bauzaun gestellt werden?

Ein Bauzaun muss gestellt werden, wenn eine Baustelle an öffentlichen Flächen angrenzt. Wann ein Bauzaun gestellt werden muss, ist in der Landesbauordnung festgelegt. Denn nicht immer ist das Stellen eines Bauzauns erforderlich. 

Was bedeutet der rote Punkt im Fenster?

Der rote Punkt im Fenster bedeutet, dass es sich bei diesem Vorhaben um ein genehmigungspflichtiges Vorhaben handelt. Der rote Punkt bedeutet daher, dass vor Beginn der Baustelle eine Genehmigung eingeholt und bewilligt werden musste. 

Wie lange ist der rote Punkt gültig?

Der Rote Punkt auf dem Bauschild ist 3 Jahre gültig. Das bedeutet, dass allerspätestens 3 Jahre nach der Bewilligung der Genehmigung sollte mit dem Bau begonnen werden muss, da ansonsten die Gültigkeit erlischt. 

Was steht auf einem Bauschild?

Auf einem Bauschild stehen Angaben über:  
– genaue Bezeichnung des Bauvorhabens
– Entwurfsverfasser
– Name Bauherr 
– Bauleitung
– Statiker
– Unternehmer des Rohbaus
– Bauschein 

Wie lange ist ein Baugenehmigung gültig?

Eine Baugenehmigung ist 3 Jahre lang gültig. Spätestens 3 Jahren nach der Bewilligung der Baugenehmigung sollte mit dem Bau begonnen werden, da ansonsten die Gültigkeit erlischt. 

Wann brauche ich eine Baugenehmigung?

Für diese Bauten brauchst du eine Baugenehmigung: 
– Anbau 
– Vergrößern von Tür- und Fensteröffnungen 
– Garage (je nach Größe und Lage)
– Bau eines Wintergartens 
– Gauben
– Gartenhaus (je nach Größe und Lage) 
– Durchbrüche 

Dieser Artikel beschäftigte sich ausführlich mit den Baustellen. Wir haben aufgeklärt!  

Weiter Informationen zur VOB findest du hier

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