Kann man Holz nass schleifen? 

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage: Kann man Holz nass schleifen? Du erfährst, was der Nachteil beim Schleifen von nassen Holz ist und wieso es in einigen Fällen sinnvoll ist, das Holz vor der Beschichtung zu wässern. Was ist besser: nass oder trocken schleifen? Wir klären auf!

Kann man Holz nass schleifen? 

Nein, Holz sollte nicht nass geschliffen werden. 

Diese Gründe sprechen gegen das Schleifen von nassen Holz: 

  1. Das Schleifpapier setzt sich zu (Gemisch Wasser und Schleifstaub) 
  2. Holz beginnt zu fasern 
  3. Holzporen verdichten sich mit dem Gemisch aus Wasser und Schleifstaub 
  4. Holzfasern konnten sich noch nicht komplett aufstellen (wichtig, um sie später abschleifen zu können) 

In einigen Fällen ist es sehr sinnvoll, das Holz zu wässern. Bevor die Oberfläche geschliffen werden kann, sollte sie durchgetrocknet sein. 

Wieso wird Holz gewässert? 

Holz wird gewässert, wenn … 

  1. es mit Beize behandelt wird 
  2. es mit Wasserlack behandelt wird 

Es ist wichtig, das Holz zu wässern, bevor die Oberfläche mit wässrigen Substanzen (z.B. Beizen oder Lacken) überzogen wird. 

Was passiert, wenn nicht gewässert wird? 

Wenn die Oberfläche vor dem Beizen oder Lackieren nicht gewässert wird, dann stellen sich die Holzfasern während sowie nach dem Auftrag hoch. Die Oberfläche ist nun wieder rau. Ebenso können die Farbstoffe nicht gleichmäßig in das Holz einziehen, wodurch es zu einer Fleckenbildung kommen kann. 

In Kürze: 

Wenn das Holz vorher nicht gewässert wird, dann …

  1. quellen die Holzfasern nach dem Auftrag der wässrigen Beschichtung auf 
  2. die Oberfläche wird rau 
  3. Farbstoffe können nur unregelmäßig aufgenommen werden 

Vorteile des Wässerns

Diese Vorteile ergeben sich beim Wässern: 

  • Staubpartikel werden aus den Holzporen gewaschen 
  • Holzfasern stellen sich auf, werden abgeschliffen und nun ist die Oberfläche sehr glatt 
  • Oberfläche bleibt auch nach der wässrigen Beschichtung glatt 
  • Druckstellen werden wieder ausgeglichen 

Vermeide, dass die Holzfasern durch das Putzen und Schleifen niedergedrückt werden! 

Durch die Verwendung von scharfem Werkzeug sowie scharfem Schleifpapier, kannst du das Niederdrücken der Holzfasern umgehen. 

Schleifpapier wird als scharf bezeichnet, wenn die Körnung noch nicht mit Schleifstaub oder Lackresten zugesetzt ist. Ist das Schleifpapier ganz neu, dann ist es i. d. R. auch sehr scharf. 

Wichtige Hinweise 

Diese Hinweise sollten beim Wässern beachtet werden: 

  1. Das Wasser sollte rein sein
  2. Verwende warmes Wasser 
  3. Der Auftrag kann mit einem Schwamm erfolgen 
  4. Dieser Zusatz erhöht die Wirkung: 

5g Kernseife pro Liter sowie 5-10% Ammoniak 

Durch diese Zugaben wird die Holzoberfläche zugleich gereinigt und entharzt. Letzteres ist bei Nadelhölzern wichtig. 

  1. Kein Ammoniak bei gerbstoffhaltigen Hölzern verwenden! (Bsp.: Eiche) 

Es könnte zu Verfärbung kommen. 

  1. Nachdem das Holz gewässert worden ist, muss es gut durchtrocknen 
  2. Anschließend wird die Oberfläche mit scharfem sowie feinkörnigem Schleifpapier geschliffen. 
  3. Gegen die Holzfasern sowie längs zur Faser schleifen 
  4. Holzporen ausbürsten und Oberfläche absaugen (entstauben) 
  5. Gebleichte Flächen müssen nicht mehr gewässert werden, da in der Bleiche Wasser enthalten ist. Beim Auftrag des Bleichmittels hat das Wasser dafür gesorgt, dass die Holzfasern aufquellen 

Holz nach dem Wässern schleifen 

Nachdem das Holz gewässert worden ist, stellen sich die Holzfasern auf. Daher solltest du beim Schleifen unbedingt beachten: 

  • nicht viel Druck ausüben
  • in Faserrichtung schleifen 
  • nur scharfes Schleifpapier verwenden 
  • Schleifpapier sollte feinkörnig sein (z.B. P220) 

Wenn zu viel Druck ausgeübt wird, dann werden die Holzfasern wieder niedergedrückt sowie können Brandflecken entstehen. 

Schleifregeln

  • Verwende eisenfreies Schleifpapier, denn dieses könnte dunkle Flecken auf der Holzoberfläche verursachen 
  • Verwende für den letzten Schliff sehr feines Schleifpapier, denn dann wird das Ergebnis der Oberflächenbehandlung besser und glatt 
  • Achte darauf, dass das Schleifpapier frei von Metallpartikeln ist, da sie dunkle Flecken verursachen könnten 
  • Schleife in Richtung des Faserverlaufes. Das ist besonders wichtig, wenn die Maserung auch nach der Beschichtung zu sehen ist. Durch das Schleifen quer zur Faser, entstehen Schleifriefen, welche später zu sehen wären. 

Persönliche Schutzausrüstung

Beachte!

  • Trage deine persönliche Schutzausrüstung! 
  • Beim Erhitzen des Lackes werden chemische Stoffe freigesetzt, welche deine Gesundheit gefährden könnten. Deshalb legen wir dir nahe, Schutzausrüstung zu tragen: 
Schutzausrüstung Wieso? 
Gummi- oder PVC-HandschuheHandschuhe schützen die Haut vor ätzenden Chemikalien. 
Hautschutzmittel Sprühnebel verteilt sich in der Luft und kann sich auf der Haut niederlassen. Ebenso eignen sich: Hautreinigungsmittel Hautpflegemittel 
Schutzbrille Gut wäre es, wenn die Schutzbrille einen Seitenschutz besitzt. Anstatt der Brille kannst du natürlich auch das gesamte Gesicht mit einem Gesichtsschutzschild schützen. Besonders die Augen sollten vor Chemikalien und Lacknebel abgedeckt werden. 
Atemschutzmaske Atemschutzmasken schützen die Atemwege vor Staub und Lackteilchen. Die Atemschutzmaske sollte einen Partikelfilter besitzen. 
Gummischürze Durch die Gummischürze wird die Kleidung abgedeckt und kann demnach keinen Lacknebel aufnehmen. 
Gehörschutz Beim Lack sprühen wird meist ein Kompressor verwendet, welcher sehr laut ist. Um dich vor diesem Geräuschpegel zu schützen 

Werkzeug- und Materialliste

Material und Werkzeug Erklärung 
Schwamm Der Schwamm wird mit Wasser getränkt. Anschließend das Holz angefeuchtet.  
SchleifpapierKörnung P120 P180P280
Schleifmaschine Nach dem Wässern sowie nach jedem Lackanstrich muss die Oberfläche angeschliffen werden. 
IndustriestaubsaugerIm Handwerk gilt: Wird mit Handbearbeitungsmaschinen gearbeitet, so müssen diese abgesaugt werden. Deshalb benötigst du unbedingt einen Industriestaubsauger, welcher an die Schleifmaschine geschlossen wird. Auf diese Weise wird der Holzstaub gleich aufgefangen und kann somit nicht deiner Gesundheit gefährden. 
Böcke Auf die Böcke wird das Holzwerkstück gelegt. Nun kannst im Stand das Holz lackieren. Diese Arbeitshöhe schont den Rücken. 

Anleitung: Holz schleifen 

In Kürze: 

Beschläge, Nägel, Schrauben, etc. entfernen 

Werkstück fixieren (auf Böcke legen + Schraubzwingen verwenden) 

Grobschliff (P 16 – P 60) 

Holzoberfläche entstauben 

Vorschliff (P 60 – P 120)

Oberfläche entstauben 

Holz ggf. Wässern 

Holz trocknen lassen 

Zwischenschliff (P 120 – P220) 

Oberfläche entstauben 

Holz grundieren 

Endschliff (P 280 – P600), wenn Holz grundiert worden ist 

  1. Vorbereitung 

Entferne alle Metallzubehör, Nägel, Schrauben etc. Funken könnten entstehen, welche sich mit dem Schleifstaub entzünden. Ebenso kann sich das Schleifpapier an diesen aufhängen und anschließend reißen. Das Werkstück wird entweder auf die Werkbank oder auf den Arbeitsböcken fixiert oder eingespannt. Hierfür eignen sich Schraubstöcke, Zwingen oder Klemmen.

  1. Grobschliff

Beim Grobschliff gilt es darauf zu achten, dass die Schleifmaschine stetig in Bewegung bleibt. Bleibt die Schleifmaschine jedoch auf einer Stelle, so würde sie dort zu viel Material abtragen. Daher sollten die Bewegungen gleichmäßig sein. 

Für den Grobschliff wird eine Körnung P 16-60 verwendet. Dabei ist darauf zu achten, dass die Schleifrichtung parallel zur Maserung verläuft. 

Übe nur leichten Druck aus. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich Hitze bilden kann oder Dellen im Holz entstehen. Bei dieser groben Körnung nimmt das Schleifpapier viel Abrieb (alte Farbreste, etc.) auf. Wechsel das Schleifpapier regelmäßig, da dieser Abrieb die Oberfläche zerkratzen könnte.  

  1. Vorschliff 

Der Vorschliff erfolgt mit einer Körnung P 60-120 und ist nötig bei gehobelten und gefrästen Vollholzfächen sowie bei furnierten Oberflächen.

Das Wässern erfolgt nach dem Vorschliff. Durch das Wässern werden die beim Schleifen eingedrückten Holzfasern aufgerichtet. Zudem werden Druckstellen “aufgequollen” und die mit Schleifstaub verschmutzten Poren gesäubert. 

Das Wässern erfolgt mit warmem Wasser und wird mit einem Schwamm oder Tuch nass auf die Holzoberfläche aufgetragen. Ein möglicher Wasserüberschuss wird anschließend mit dem ausgewrungenen Schwamm abgneommen. 

Damit sich das Holz nicht wirft, sollte Vorder- und Rückseite gewässert werden

  1. Zwischenschliff 

Der Zwischenschliff wird mit einer Körnung P 120-220 bewerkstelligt. Die durch das Wässern aufgestellte Fasern werden geglättet. Schleife quer zur Faser und uebe wenig Druck aus. Anschließend wird der Holzstaub entfernt und ggf. wird nun die Holzoberfläche grundiert. 

  1. Feinschliff 

Der Feinschliff erfolgt mit der Körnung P 280-600. Es werden nun grundierte und zwischenlackierte Flächen geschliffen. Um eine optimal glatte Oberfläche beim Holz schleifen zu schaffen, wird parallel zur Faser mit leichtem Druck geschliffen.  

Sauge die Holzoberfläche kontinuierlich und wische sie mit einem sauberen und trockenem Lappen ab. 

FAQ-häufig gestellte Fragen 

Warum muss man nass schleifen? 

Nass sollte kein Holz geschliffen werden. Wird das Holz später gebeizt oder mit Wasserlack beschichtet, so ist es notwendig, das Holz vorher zu wässern. Durch das Wässern stellen sich die Holzfasern auf und können im nächsten Schritt mit scharfem Schleifpapier gekürzt werden. Auf diese Weise ist eine glatte Oberfläche möglich. Holz sollte aus diesen Gründen nicht nass geschliffen werden: 
1) Noch nicht alle Holzfasern haben auch aufgestellt 
2) Holzfasern verkleben mit Holzstaub 
3) Das Schleifpapier setzt sich schneller zu 
Daher ist es wichtig, das Holz nach dem Wässern erst einmal trocknen zu lassen.

Wie benutzt man Nass-Schleifpapier? 

Nass-Schleifpapier wird vorwiegend für Autolack verwendet. Auf diese Weise kannst du Nass-Schleifpapier verwenden: 
1) Schleifpapier 0,5 h vor Arbeitsbeginn in Wasser legen (lauwarm) 
2) Mit einer groben Körnung beginnen (z.B. P200) 
3) Nass-Schleifpapier sollte aus Korund oder Siliziumkarbid bestehen 
4) Rundungen und Profile mit der Hand schleifen 
5) Schlamm, welcher sich aus Wasser und Lackstaub zusammensetzt, sollte regelmäßig abgespült werden 
6) Mit einer feineren Körnung fortfahren 
7) Autolack sollte überall matt sein

Warum Nass-Schleifpapier? 

Aus diesen Gründen wird mit Nass-Schleifpapier gearbeitet: 
1) Schleifstaub wird gleich gebunden 
2) Nass-Schleifpapier verfügt über eine wasserresistente Beschichtung 
3) Meist mit feiner Körnung 
4) Kann sowohl auf geraden, aber auch leicht gewölbten Flächen verwendet werden 
5) Nass-Schleifpapier ist flexibel

Was ist besser: nass oder trocken schleifen? 

Holz sollte auf jeden Fall trocken geschliffen werden, da sich ansonsten der in Wasser gebundene Schleifstaub in die Holzporen festsetzt. Ebenso setzt sich das Schleifpapier sehr schnell zu und muss demnach regelmäßig gesäubert oder ausgetauscht werden. Holz wird vorher gewässert, damit sich die Holzfasern aufstellen und scharf abgeschliffen werden. Auf diese Weise entsteht eine glatte Holzoberfläche. Wir raten jedoch, dass das Holz vor dem Schliff aus diesen Gründen erst einmal trocknen sollte: 
– Noch nicht alle Holzfasern haben auch aufgestellt 
– Holzfasern verkleben mit Holzstaub 
– Das Schleifpapier setzt sich schneller zu

Dieser Artikel beschäftigte sich mit der Frage: Kann man Holz nass schleifen? Du hast erfahren, was der Nachteil beim Schleifen von nassen Holz ist und wieso es in einigen Fällen sinnvoll ist, das Holz vor der Beschichtung zu wässern. Was ist besser: nass oder trocken schleifen? Wir haben aufgeklärt!

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